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Fig. 326.
226.
Mehvfenftrige
Säle ohne
Dem gleichen Zweck dienen die im 3,o m weiten Flur-gang der Hoffeite der Akademie aufgestellten Behangprismen.Sie haben die Grundform eines gleichfeitigen Dreieckes von1,5 m Seitenlänge, eine Höhe von ungefähr 3,o •» und drehenfich um ihre Mittelaxe. Sie flehen defshalb von der innerenFlurwand etwas abgerückt.
Bisweilen findet man die Einrichtung ge-troffen, dafs einzelne auf der Vorder- und Rück-feite behangene Wandtheile, behufs bequemerBerichtigung der zufammengehörigen Gemäldebeider Seiten, um eine lothrechte Axe drehbargemacht und in die zu ihrer Aufnahme ausge-fchnittenen Oefmungen der Scheidewände ein-gefügt find.
Beifpielsweife im Alten Mufeuin zu Berlin einHubert van Eyk und ein Jan van Eyk,
Lang geftreckte, mit einer Anzahl von| Fenftern verfehene Säle find zur Aufnahme von,' Gemälde-Sammlungen wenig geeignet, wenn fie SchemSnde.nicht von Fenfterpfeiler zu Fenfterpfeiler durchScherwände abgetheilt find. Denn die Beleuch-tungserfcheinungen in zwei- und mehrfenftrigenGemälderäumen find fo verwirrender Art, dafsdas Bilderfehen darin ein mühfames Gefchäft ift.Die im Vorhergehenden gemachten Darlegungengelten nur für den einfenftrigen Raum. Fürden mehrfenftrigen Saal ohne Scherwände giebt es überhaupt keine Regel.
Die Seitenlichtfenfter der Gemälderäume Collen nach Dehn-Rotfelfer™*) Zug-vorhänge erhalten. Die hier und dort anzutreffende ftändige Befpannung der Glas-fläche mit Stoffzeug ift auch bei folchen Cabineten, die nicht nach Norden gerichtetfind, unzweckmäfsig. Denn wenn die Sonne nicht in die Fenfter fcheint, wird daswirkfamfte Licht dadurch gefchwächt.
Ueber die Dämpfung des Seitenlichtes von Gemälderäumen geben die in dermehrerwähnten Quelle 299 ) gemachten Mittheilungen Merzenictis, auf Grund der zudiefem Zwecke in den neu eingerichteten Cabineten des Alten Mufeums zu Berlingetroffenen Vorkehrungen, fchätzenswerthen Auffchlufs.
In den nach verfchiedencn Himmelsgegenden gerichteten Seitenlichträumen mufften die FenfterVorhänge erhalten, welche von unten nach oben gezogen und auf der Sonnenfeite (Weftfeite) auch zurBefuchszeit, fobald die Sonne fcheint, gefchloffen werden können. Auf diefer Himmelsfeite ift daher dieFarbe des Vorhangftoffes faft weifs, um möglichft wenig Licht zu verfchlucken, während auf der Oftfeite,wo die Sonne ihre Strahlen während der Befuchszeit niemals unmittelbar in die Räume gelangen laffenkann (wo alfo die Vorhänge nur nach der gewöhnlichen Befuchszeit gezogen werden muffen), derfelbeStoff gelblichgrau abgetönt werden konnte.
Da bei verfchiedenen Jahreszeiten und Witterungsverhältniffen eine fchr verfchiedene Lichtmaffevom Himmel ausgeftrahlt wird, fo ift es an befonders hellen Tagen aufserdem nöthig, die allzu blendendeWirkung der Spiegelfcheiben durch einen Florzeugvorhang zu dämpfen. Auch läfft lieh für die ver-fchiedenen Stärken des Himmelslichtes die Breite des Fenfters durch feitlich angebrachte Vorhangftreifen
Drehbare Scherwände.1 /ir,o n - Gr.
227.Vorhänge.
298) A. a. O.
29») Zeitfchv. f. Bauw. 1886, S. 173.