Druckschrift 
Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
250
Einzelbild herunterladen
 

ISO

222.

Schrägftellunder

Grundrifsanordnung von Seitenlichträumennach Magnus.

Umrahmung, alfo im Abftand von ungefähr 1,2 Fi S- 3 l6 <

bis 1,3 m vom Fenfter, beginnt die Behangflächeder Seitenwände.

Letztere find bei mehreren neueren Ge-mälde-Sammlungen nicht fenkrecht zur Fenfter-Scheidcwändc. wand, fondern, ähnlich der Staffelei des Malers,fchräg hierzu geftellt, alfo nach der Hinterwandzu etwas convergirend angeordnet worden 290 ),um dadurch eine gröfsere Helligkeit ihrer Behang-flächen zu erzielen. Die in Folge deffen ent-gehende Verfchmälerung der Hinterwand hat nicht viel zu bedeuten, da diefe ausdem angegebenen Grunde als Bilderfläche ohnehin wenig geeignet ift und mitunterganz unbehangen bleibt. Der Einwand, dafs durch Schrägftellung der Seitenwändeviel Raum verloren gehe oder nicht ausgenutzt werden könne, ift zwar bei gerad-liniger Aneinanderreihung der Räume richtig, nicht aber bezüglich der wirklichenNutzbarmachung derfelben zutreffend. Letztere wird vielmehr beitung der Seitenwände zur Aufsenwand gröfser,als bei rechtwinkeliger Stellung. Auch derRaumverluft im Grundrifs ift zu vermeiden,wenn folche Cabinete mit nach hinten con-vennrenden Seitenwänden nach dem Magnus-

fchräger Rich-

Fig. 317-

fchen Vorfchlag fächerartig angeordnet find

(Fig- 316) und, wie bei der National-Galeriezu Berlin, zufammen einen halbkreisförmigvorfpringenden Bautheil bilden.

Nach den vorhergehenden Regeln finddie Seitenlicht-Cabinete u. A. beim Neubauder Gemälde-Galerie zu Caffel und beimUmbau des Alten Mufeums zu Berlin ein-gerichtet worden.

In der Caffeler Galerie find die 7 Cabinete desMittelbaues 5,5 m an der Fenfterwand, 4,5 m an der Hinter-wand breit, 6,1 m tief und 6,0 «i hoch (Fig. 317 u. 318).Die Behangfläche beträgt 3,8 m291 ). Die Fenfter, derenLichtweite über 1 ß der Cabinetsweite beträgt, haben ftarkabgefchrägte innere Laibungen und fette Brüftungen bis2,09 m Höhe vom Boden. Vor der unteren Reihe vonScheiben, die als Luftflügel zum Oeffnen eingerichtet find,ift innen noch eine Blendung angebracht, die fich beitrübem Wetter befeitigen läfft.

Im Berliner Alten Mufeum haben die Fenfter(Fig. 319 292 ), deren urfprüngliche Maueröffnung bei-behalten werden muffte, 2,io m Lichtweite. Sie er-weitern fich nach innen auf 3,go m . Die Cabinete er-

Profil derFenfterwand.

Vl50 n. Gr.

Fig. 318.

-'"") Nach: Magnus, a. a. O., S. 215.

-"") Siehe: Dehn-Rotkelser, H. v. Das neue Gemälde-galerie-Gebäude zu Caffel. Zeitfchr. f. Bauw. 1879, S. n u. 24.

292 ) Siehe: Merzenich, J. Der Umbau der Gemälde-Galerie in dem alten Mufeum in Berlin. Zeitfchr. f. Bauw.1886, S. 173.

Grundrifs.Cabinete der Gemälde-Galerie zu Caffel 291 ).