Druckschrift 
Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
249
Einzelbild herunterladen
 

249

Diefe durch die Fenfteraxe geführte Lothrechte der Hinterwand ift auf letzterereine Axe der Symmetrie für die Abftufung der Helligkeit. Auf allen Wänden wirddie Helligkeit von der Wagrechten in der Höhe der Brüftungs-Oberkante aus nachoben und unten bedeutend geringer.

Hieraus ergiebt fich die Zweckmäfsigkeit folgender Anordnungen:a) Die Fenfterbrüftung ift mindeftens bis Augenhöhe, beffer bis über Augen-höhe, 2,o m bis 2,2 m über den Fufsboden, herauf zu führen, um in folcher für dieBetrachtung des Bildes geeignetften Höhe die hellfte Zone der Behangfläche zu fchaffen.ß) Die Fenfteröflhung foll fo hoch gemacht fein, dafs den vom Fenfter ent-fernteften Theilen der Seitenwände auch oberhalb der hellften Zone der Bilderflächenoch ausreichendes Licht zugeführt werde. Am vortheilhafteften find Fenfter mitwagrechtem Sturz, deffen Unterkante fo nahe als möglich der Decke liegt.

Y) Die Fenfterweite ift erfahrungsgemäfs auf l /a bis l j% der Cabinetsweite zubemeffen. Die inneren Laibungen und theilweife auch die äufseren Gewände derFenfter werden fo weit abgefchrägt, dafs der Lichteinfall auf den Behangflächenthunlichft unbeeinträchtigt bleibt.

S) Die Tiefe der Cabinete von der Glasfläche der Fenfter bis zur Rückwandfoll wegen der rafch abnehmenden Winkel-Beleuchtungsftrahlen nicht mehr als5,5 bis 6,5 m betragen. Die Höhe bemifft man meift zu ungefähr 5,o bis 6,o m unddie Weite zu nicht viel über 5,5 m , nachdem fich diefes Mafs für die Betrachtung derin den Cabineten ausgeftellten kleineren Bilder als paffend erwiefen hat und einegröfsere Weite überhaupt nicht zwcckmäfsig erfcheint, da fie vornehmlich der Hinter-wand zu Gute käme, und diefe, wie fogleich nachgewiesen werden wird, als Be-hangfläche gröfstentheils ungünftig ift. Völlig untauglich für diefen Zweck find be-greiflicher Weife die neben den FenfteröfTnungen noch verbleibenden Theile derFenfterwand felbft. Dagegen können die inneren fchrägen Laibungen der Fenfterzum Aufhängen ganz kleiner Cabinetsbilder mit Vortheil benutzt werden.

Zieht man nunmehr die Wirkung der Lichtftrahlen auf die fpiegelnde Ober-fläche der Bilder in Betracht, fo findet man, dafs die Hinterwand gegenüber demFenfter (Fig. 314) durch die zum Theil fenkrecht auffallenden Lichtftrahlen zwarziemlich hell erfcheint, aber auch der Spiegelung ftark ausgefetzt ift. Der Befchauerkann fich ihr kaum entziehen, wenn er dem Bild gegenüber fteht. Er wird dagegen,wenn er fich der Seitenwand zuwendet (Fig. 315), die Spiegelung der Bilder unfehwervermeiden können. Der Reflex könnte fich auf der Seitenwand in der Nähe der

Lichtöffnung vielleicht gel-Fig. 314. Fig. 315. tend machen; allein man

pflegt an diefer Stelle,dicht neben der Fenfter-wand, die offenen Ver-bindungsthüren der Cabi-nete anzuordnen. Diefewerden nicht höher als2,o m bis 2,2 m gemacht,damit das Licht aus den be-nachbarten Räumen nichtGrundriffe von Seitenlichträumen, ftörend einwirke. Unmittel-

l lm n. Gr. bar hinter der Thür-

220.

Folgerungen.

221.

Spiegelung.