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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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Bourdais will, nach Mafsgabe der begrenzenden Lichtftrahlen, welche unter folchem Winkel dasobere und untere Ende der Behangfläche treffen, die Oeffnung der Decken- und Dachfenfter beftimmenund zwifchen diefen äufseren Parallelen, je nach Bedarf, 2, 3 oder mehr Blenden anbringen. Hierbeilind, je nach dem Verhältnifs von Breite und Höhe der Säle, verfchiedene Fälle zu unterfcheiden. Diewichtigften find in Fig. 309 bis 311 veranfchaulicht.

Die Erfahrung' mufs darüber entfcheiden, ob anftatt des Anbringens wagrechterZugvorhänge oberhalb der Deckenfenfier der Gemäldefäle die Anordnung folcherBlenden den Vorzug verdient oder nicht. Das Verfahren liefse fich leicht mit demin Fig. 305 (S. 244) dargeftelltcn vereinigen, und offenbar ift die von Tiede ver-langte 45-gradige Begrenzung der Lichtftrahlen, auch für deren Zerftreuung mittelsBlenden, vortheilhaftcr, als die Richtung nach einem Winkel von 50 bis 70 Gradnach Bourdais.

Neuerdings find behufs Erzielung möglichft gleichmäfsiger Erhellung der Ge-mäldefäle geeignete Scheinwerfer aus Metall hergeftellt worden, die zwifchen derDeckenöffnung und einem das Scheitellicht abhaltenden Schirm in folchem Winkelgeneigt angebracht find, dafs fie das vom Himmelsgewölbe ausgeftrahlte Licht aufdie Bilderwände werfen.

Solcher Art ift u. a. die Beleuchtung der grofsen Mittelgalerie des neuen Antwerpener Mufeums,deren Einrichtung fehr gerühmt wird 280 ). Das Syftem diefer Beleuchtung foll in der Hauptfache ausunter 45 Grad gegen die Wände geneigten Metall-Reflectoren beftehen , die im Dachwerk der Gemälde-Galerie befeftigt find.

Im Kunfthiflorifchen Hofmufeum zu Wien ift der Raum über der Glasdecke der Gemäldefäle biszur Dachöffnung mit Wänden aus Eifenblech abgefchloffcn, die innen weifs angcflrichen lind und' alsScheinwerfer dienen.

Begreiflicher Weife dringt das Tageslicht nicht blofs in der durch Zeichnungzu veranfehaulichenden Strahlung in den Raum ein; fondern von allen Seiten kannreflectirtes Licht die Bilderfläche treffen und zu ihrer Erhellung beitragen. Für dieAnlage von Deckenlichträumen ift aber mit folchen Lichterfcheinungen nicht zurechnen, weil alle daraus folgenden Wirkungen unbeftimmbar find.

Die Anwendung des Deckenlichtes auf Mufeen überhaupt, abgefehen von Ge-mälde-Galerien, bedarf keiner langen Auseinanderfetzungen. Deffen Einrichtung ver-urfacht überall weniger Schwierigkeiten, als in Gemäldefälen. Wird in gleicher Weife,wie in letzteren, das Deckenlicht in den Räumen fonftiger Mufeen bemeffen, fo ift esficherlich gut und ausreichend; häufig genügt ein geringeres Mafs. Die Rück-fichten, die hinfichtlich der Spiegelung der Lichtftrahlen auf den Oberflächen vonOelgemälden zu nehmen find, fallen bei Alterthümern, Kupferftichen, Münzen undMedaillen, Werken der Kleinkunft u. f. w. meift ganz weg, es fei denn, dafs fie unterGlasfehränken aufbewahrt werden, in welchem Falle man fich allerdings gegen dieWirkung der fpiegelnden Oberfläche des Glafes, ähnlich wie bei Gemälden, vor-fehen mufs.

Die Deckenlicht-Erhellung ift neuerdings nicht allein für viele Säle, fondernauch für grofse, weite Höfe, u. A. für folche von Mufeen aller Art, mit viel Nutzenzur Verwendung gekommen. Die früher obwaltenden Bedenken und Schwierigkeitendagegen find überwunden, feitdem die Eifen- und die Glastechnik zu dem hohenGrad der Entwickelung gelangt find, dafs ei ferne Dächer über Räumen von fehrbeträchtlicher Spannweite mit Leichtigkeit errichtet und Entdeckungen mit Glaswelche die darunter gelegenen Räume gegen das Eindringen von Regen, Schnee undFeuchtigkeit fichern, darüber hergeftellt werden können.

- 89 ) Siehe: Kunftchronik. Neue Folge, Jahrg. 1 (1S90—91), S. ij().

216.Scheinwerfer.

217.Reflexlicht.

Deckenlicht

bei

Mufeen

überhaupt.