242
211 .
Eifen-Conftruction.
312.
Umrahmung
der
Decken-
lichtöfinung.
213-Scheitellicht-Verdunkelung.
der Reinigung derfelben, grofse Steigerung der Hitze im Sommer zwifchen denbeiden Glasflächen, die fich im Saal felbft geltend macht, fucht man durch geeigneteVorkehrungen am Decken- und Dachfenfter und im Dachraum, von denen unter edie Rede fein wird, abzuhelfen 279 ).
Das innere Deckenfenfter pflegt aus Tafeln von matt gefchliffenem Glas zubeftehen. Das letztere bezweckt vor Allem durch feine leichtzerftreuende Wirkungdie Befchaffung möglichft milden, gleichmäfsigen Lichtes. Diefe reicht allerdingsnur bis zu einem gewiffen Grade. Die matt gefchliffene Glasfläche entkräftet zwarzum Theile die unmittelbaren Sonnenftrahlen; dennoch aber dringen diefelbcn, nurwenig von ihrem Wege abgelenkt, bei grellem Lichte grofsentheils durch. Manmufs diefe Lichterfcheinungen hinnehmen und ihnen fo weit als möglich durchfonftige geeignete Mittel abzuhelfen fuchen. Anderentheils ift der Lichtverminde-rung, die in Folge des Anbringens des weniger durchfcheinenden Glafes, namentlichbei trübem Wetter, entfteht, durch die in Art. 208 (S. 239) verlangte reichlicheBemeffung der Lichtöffnung Rechnung zu tragen.
Das matte Glas entzieht dem Auge auch den meift unfchönen Einblick in denDachraum. Die Conftructionstheile des letzteren bringen mitunter ftörende Schlag-fchatten auf die untere Mattglasfläche hervor, insbefondere wenn der Zwifchenraumzwifchen diefer und dem Dachfenfter gering ift.
Die obere und die untere Verglafung ftellt man aus möglichft grofsen Tafelnmit wenigen Sproffen her.
Es ift einleuchtend, dafs fowohl für das Dachwerk, als für Decken- und Dach-fenfter die Eifen-Conftruction der Holz-Conftruction vorzuziehen ift, da erftere, ab-gefehen von der Feuerficherheit, naturgemäfs viel leichter gehalten wird und dahermehr Lichtftrahlen in den Saal eindringen, als bei Anwendung der letzteren.
Die in Fig. 299 (S. 239) angegebenen Geraden cd' und c'd bilden nicht alleindie Grenzlinien des Dachausfchnittes nach oben, fondern auch die Grenzlinien desDeckenausfchnittes nach unten, über welche Umrahmung und Gliederung derOeffnung nicht vortreten dürfen, damit den Bilderwänden kein Lichtftrahl, der fonftdurch die matte Glasdecke einfallen könnte, entzogen werde.
Zu diefem Beliufe find in den von Lefuel eingerichteten Gemäldefälen des Louvre zu Paris dieDeckenfenfter mit einem breiten, reichen Goldrahmen eingefafft, deffen l'rofilirung jedoch nicht über jeneGrenzlinien vorfpringt, und die Einrahmungen der Lichtöffhungen in den Sälen der Gemälde-Galerie zuCaffel find diefem Mufter nachgebildet worden.
Die zu gleichem Zwecke im AV/?/«r-Mufeum zuHannover getroffene Anordnung zeigt Fig. 303 280 ).
Das in Art. 208 (S. 239) angegebeneVerfahren ftellt zwar die unteren Grenzender Dachfenfteröffnungen feft; doch folldamit nicht vorgefchrieben fein, dafs dieganze zwifchen <?und c' liegende Dachflächeausgefchnitten und verglast fein muffe.Vielmehr erfcheint die Abhaltung desScheitellichtes fehr wünfchenswerth, weildiefe lothrecht oder nahezu lothrecht einfal-lenden Lichtftrahlen an fich fchon blendend
Fig- 3°3-
Deckenlicht-Einrahmung
) Ueber die Conflruction von Decken- und von Dachlichtern flehe Theil 111, Band 2, Heft 3, bezw. 5 diefes «Handbuches".80 ) Siehe: Manchot. Keltner-MuCeum zu Hannover. Zcitfchr. d. Arch - u. Ing.-Ver. zu Hannover 1890, S. 749 u. Bl. 36.