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auf das Auge des Befchauers einwirken, aufserdem auch durch fie das hellfte undbefte Licht gerade dem Fufsboden zugeführt wird, der es am allerwenigften braucht,da feine Helligkeit im Gegentheil die ruhige Betrachtung der Bilder empfindlich ftört.Diefer Mifsftand ift längft erkannt worden, und man hat ihn in verfchiedenerWeife zu befeitigen gefucht. Dies gefchah mit Erfolg fchon beim Bau der AltenPinakothek zu München (fiehe Fig. 294, S. 233).
Hierbei wurde die obere Dachfläche der Laterne, die zur Erhellung jedes Gemäldefaales dient,nicht wie die Seitenflächen mit Glas, fondern, wie bereits erwähnt, mit Kupferblech eingedeckt.
In der Gemälde-Galerie der Brera zu Mailand hatte man vor Mitte diefes Jahr-hundertes mittels einer anderen, innerhalb des Raumes felbft angebrachten Vor-kehrung abgeholfen.
Sie beftand aus einer Pyramide von dunkel violettem Baumwolleftoff, die in angemeffener Entfernungunter der Deckenöffnung eines jeden Saales hing.
In fchönerer und wirkfamerer Weife erfüllt diefen Zweck die Anordnung inFig. 304 281 ), welche v. Voit dem Rottmann-Sa.3.1 der Neuen Pinakothek zu Münchengegeben hat.
Fig. 304.
Längenfchnitt durch den JiotlmannSa.a\ der Neuen Pinakothek zu München 28, y
Innerhalb des Saales ift ein von Säulen getragenes Zwifchendach und um diefes, gleich laufend mitden Behangflächen, ein Deckenausfchnitt gefchaffen , durch welchen das Licht auf die Bilder in der an-gegebenen Weife mittels eines über dem Saal angebrachten grofsen Dachfenfters einfällt. Letzteres iftdem Befchauer völlig verborgen; diefer fleht unter dem verdunkelnden Dach der Säulenhalle; die einzelnenabgetheilten Bilder aber trifft volles Licht, deffen Wirkung durch den Gegenfatz um fo mehr gehoben wird.
Diefe Einrichtung, obwohl für den Cyclus der Rottmann 'fchen Bilder ganzvorzüglich geeignet, pafft indefs nicht für Gemälde-Galerien im Allgemeinen, wogrofse und kleine Bilder, oft von ganz verfchiedener Art und Stimmung, nebeneinander hängen.
Eine ähnliche Anlage, welche neuerdings beim Umbau der National-Galerie zu London vonBarry geplant gewefen fein foll 282 ), ift nicht zur Ausführung gelangt.
Verdunkelung des Scheitellichtes ift mit gutem Erfolg mehrfach, z. B. in CaffelAmfterdam u. f. w., dadurch erzielt worden, dafs zu beiden Seiten des Firftes je
2Sl) Nach: Lübke, W. & J. Caspar. Denkmäler der Kunft. Stuttgart 1856. Bd. 4 , Taf. 100.»8») Siehe: Deutfches Bauhandbuch. Bd. II, Theil 2. Berlin 1884. S. 551.