Fig. 286.
227
Behufs Darfteilung derfelben mufs der Grad der Erhellung-, der auf jedemPunkt der Wandflächc durch die zugehörige Lichtpyramide hervorgebracht wirdermittelt werden. Dies kann in verfchieclener Weife gefchehen.
Mcntz beschäftigte (ich mit Löfung diefer Aufgabe 251 ), gelangte aber im Verlauf der Arbeitzu Folgerungen, die nicht durchweg richtig lind. Seine Ausführungen beruhen auf der auch hier (fieheArt. 201, S. 224) gemachten Annahme einer folclien Lichtbefchaffenheit, dafs keine beftimmte Strahlen-richtung überwiege, vielmehr die abfolute I.ichtftärke in allen Strahlenrichtungen gleich grofs fei. Fernerift hierbei der Zutritt des unmittelbaren Wolkenlichtes durch keinerlei Hinderniffe im Dachwerk be-fchränkt, auch Verglafung und Sproffenwerk deffelben fortgenommen gedacht.
Unter den gleichen Vorausfetzungen hat derfelbe Verfaffer eine »Berechnung der Tagesbeleuchtunginnerer Räume und Mafsftäbe dazu« -'•'•) aufgeflellt.
Mohrmann™) hat bei feinen Unterfuchungen über denfelben Gegenftand den Einflufs der Ver-glafung auf die Tagesbeleuchtung innerer Räume in Anfatz gebracht.
Auch mit Hilfe des in diefem »Handbuch« (Theil III, Band 4, 2. Aufl., S. 14) befchriebenen7/^7'fchen Raumwinkchneffcrs 2 «) wird man in den Stand gefetzt, in bereits ausgeführten oder im Ent-wurf vorliegenden Gebäuden den Erhellungsgrad jedes Flächenelementes annähernd zu beftimmen.
Zur genauen graphifchen Ermittelung der Linien gleicher Helle auf Wand- undBodenflächen innerer Räume dient das folgende Verfahren 26r >).
Daffelbe beruht auf der Anwendungvon Rechnungsergebniffen, die Lambert infeinem grundlegenden Werke über Photo-metrie fchon vor mehr als 130 Jahrenmittels Integration beftimmte und dieWiener*™) neuerdings rein geometrifchauf fchöne und einfache Weife ableitete.
Steht nämlich dem Elemente /(Fig. 286) eine Fläche /'' von endlicherAusdehnung und fowohl von gleichmäfsigerBeleuchtungsftärke, als von gleichmäfsigemRückftrahlungsvermögen gegenüber, fo iftdie von / durch F empfangene Beleuch-tungsftärke eben fo grofs, wie wenn/ durchdenjenigen Theil F' eine]- aus dem Mittel-punkt des Elementes / mit dem Halb-meffer 1 befchriebenen Kugel beleuchtetwürde, welcher die Projcction von /''auf die Kugelobcrfläehe aus dem Projectionscentrum von /ift; oder aucheben fo grofs, wie von der fenkrechten Projcction F" der /■' auf die Ebene von / wenn F" fenkrechtauf der Normalen von / und mit jedem feiner Punkte im Abftande 1 von / aufgeflellt wäre, fo wie wenndiefe Elemente und / fenkrecht auf der Abftandslinie der Mittelpunkte von F und / ftänden __ voraus-gefetzt, dafs F' und F" diefelbe Beleuchtungsftärke und daffelbe Rückftrahlungsvermögen, wie F befäfsen.
Wird nun der Quotient ------ (alfo das Verhältnifs von F" zu einem Kreife mit dem Ilalbmeffer 1)
mit R bezeichnet und nach Wiener der Beleuchtungsraum, welcher der Fläche F dem Element /
F"gegenüber zukommt, genannt, fo kann R = ------ als Mafs der Erhellung von /' durch F gelten , wenn es
fich nicht um die abfolute Helligkeit des Flächenelementes f, fondern um die Vergleichung feiner Helligkeit
203.
LiniengleicherHelle.
251) In: Beitrag zur Frage der Beleuchtung durch Oberlicht und Seitenlicht, mit fpezieikr Rückfichtnahine auf Ober,lichtfiile und Seitenlichtcahinctte in Gemäldegalerien. Deutfche Bauz. 1884, S. 488 u. 499.855) Siehe: Deutfche Bauz. 1887, S. 257.258) In; Ueber die Tagcsbeleuchtung innerer Räume. Berlin 1885.
254) Siehe auch: Zeitfchr. f. Inftrumentenkimde, Jahrg. 4 (1884), S. 343.
255) Von Herrn Profcflbr Dr. Mchmke in Darmftadt erfonnen und dem Veifafler für die Zwecke des »Handbuch ■ A--Architektur« freundlichft zur Verfügung gedeih. Die Veröffentlichung ausführlicherer Darlegungen des genannten Herr 1 -diefen Gegenftand fteht bevor.
25(1) In: Lehrbuch der darftclienden Geometrie. Band 1. Leipzig 1884. S. 401.