Druckschrift 
Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
224
Einzelbild herunterladen
 

224

SOI.

Gröfsen-vcrhältniffe.

Auch das blendende Licht der unmittelbaren Sonnenftrahlen mufs abgehaltenoder genügend gemildert werden.

Es ift fehr fchwierig, allen diefen Forderungen gleichzeitig Rechnung zu tragen;und doch ift in ihrer Erfüllung die Löfung der Aufgabe zu fuchen. Diefe Be-dingungen bilden daher den Gegenftand der nächftfolgenden Darlegungen.

Denfelben liegt die Annahme von diffufem Tageslicht, alfo eines nach allenStrahlenrichtungen glcichmäfsig ftarken, ruhigen Aetherlichtes überall da zu Grunde,wo nicht auf die Lichterfcheinungen der unmittelbaren Sonnenftrahlen eingegangenwerden mufs.

l) Deckenlicht und Deckenlichtfäle.Magnus war der erfte, der ein auf wiffenfehaftlicher Grundlage beruhendesVerfahren für die Ermittelung paffender Verhältniffe zwifchen den Gröfsenabmeffungendes Gemälderaumes und feiner Deckenlichtöffnung erfonnen hat 2<ta ). Er giebt hier-für die folgenden Regeln an (Fig. 284).

.11 ..3,6710.....;,

3 '

Fig. 2S

Gr.

Querfchnitt

eines

DeckenHchtfaalea

nach Magnus.

lßn=7 Theilen

Die Deckenlichtöffnung erhält ] / 3 c 'er Breite des zu erhellenden Raumes undwird in der Höhe von 5 /7 diefer Breite angebracht. Die Länge der Oeffnung er-giebt fich, wenn man von der Länge des Raumes an beiden Enden auch je l /a derRaumbreite abträgt, alfo einen unverglasten Deckcnftreifen von gleicher Breite anden vier Seiten des Raumes beiäfft.

Die Behangfläche beginnt 1,25m (4 Fufs preufs.) über dem Fufsboden und er-ftreckt fich von da ab um höchftens 4,70 '» (15 Fufs) aufwärts, fo dafs der Befchauer,deffen Auge in der Höhe von l,r, 7 »< (5 Fufs) über dem Fufsboden angenommenwird, in geeigneter Entfernung von der Bilderwand, den Blick ohne grofse An-ftrengung bis zur oberen Grenze der Bchangfläche, alfo bis zur Höhe von 5,0a mvom Boden erheben kann.

Da diefe Höhen durch die mittlere Körpergröße und Sehkraft des Menfchenbedingt find, fo konnten fie nur in abfoluten Zahlen ausgedrückt werden. Defshalbhat Magnus die von ihm ermittelten Gröfsenverhältniffe des Saales und feiner Licht-

»«) Siehe: Zeitfchr. f. Bauw. ,864, S. 202 .