199-BeifpielXXIV.
Durch das die Mitte der Hauptfchaufeite auszeichnende Portal gelangt man in die Flurhalle und,in derselben Richtung der Hauptaxe fortfchreitend, weiterhin zu der in gerader Flucht aufzeigendengrofsen Marmortreppe , welche mit den beiderfeits angereihten Räumen den ganzen mittleren Flügel desGebäudes einnimmt. Gleich beim Eintritt in das Treppenhaus fällt der Blick auf drei koloffale Marmor-ftatuen nordifcher Götter: Odin und Thor unten, Baidur oben. Von den die Treppe umgebenden Hallenlind die vorderen und hinteren Reihen der Mufeumsräume zugänglich. Diefe umfaffen im Erdgefchofs dieSammlung vaterländifcher Alterthiimer, die an Vollftändigkeit und Zweckmäfsigkeit der Anordnung ihres-gleichen fucht, fo wie das Münz-Cabinet. Das I. Obergefchofs enthält die keramifche Sammlung, dieantiken und modernen Sculpturcn, fo wie die kunftgewerbliche vSammlung. Das II. Obergefchofs ift derGemälde-Galerie, der Sammlung von Kupferftichen und Handzeichnungen zugetheilt. Aus dem Treppen-haus tritt man geradeaus durch die von zwei antiken Säulen eingefaffte Thür in den Eingangsfaal, dermit einem aus fünf Seiten des regelmäfsigen Achteckes gebildeten Ausbau im Zufammenhang fleht. DemEingangsfaal gegenüber liegt der Saal der Kupferftich-Sammlung, deffen Eingangsthür ebenfalls zwei antikeSäulen fchmücken. Das Mufeum wird als anfehnlicher Bau »im Renaiffance-Stil mit venetianifchen Rund-bogenfenftern« befchrieben.
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Mufeum zu Breslau 245 ).
Arch. : Rathey.
Das fchlefifche Mufeum der bildenden Künfte zu Breslau wurde 1875nach den Plänen Ratheys erbaut und 1880 eröffnet (Fig. 282 u. 283 245 ).
Im Untergefchofs ift der weftliche Theil von Verwaltungsräumen und Dienftwohnungen, der örtlicheTheil vom Mufeum der fchlefifchen Alterthümer eingenommen. Das Hauptgefchofs enthält links von derFlurhalle die Gypsabgüffe, rechts die Sammlung von kunftgewerblichen Gegenftänden, das reichhaltigeKupferftich-Cabinet und die Bibliothek, fo wie einige Bildhauer-Ateliers. Das Obergefchofs umfafft diedurchweg mit Deckenlicht erhellten Räume der Gemälde-Galerie, aufserdem Maler-Ateliers, die in der Mitteder Nordfeite vorgelegt find und den Zufammenhang der Gemäldefäle unterbrechen. Die Verbindungmuffte daher mittels der an den Höfen, bezw. hinter der Haupttreppe liegenden Räume hergeftellt werden.Letztere können für Ausftellungszwecke nur im Obergefchofs, nicht aber im Hauptgefchofs und nochweniger im Untergefchofs benutzt werden, weil ihnen in diefen Stockwerken genügendes Licht fehlt. Siedienen hier, gleich den die Treppe umgebenden Corridoren, nur dem inneren Verkehr. Auch die Be-leuchtung der beiden neben der Flurhalle gelegenen Räume, die nur an der Hoffeite Fenfter haben, iftunzureichend. Die zehnfäulige offene Halle, die vorgelegte ftattliche Freitreppe, die ganze Formbildungim eufsereng eben dem Bauwerk einen feiner Beftimmung angemeffenen, durchaus monumentalen Charakter.
2 «) Nach: Deutfche Bauz. 1880, S. 311.