218
Der ganze Mittelbau bildet einen einzigen grofsen Deckenlichtfaal von rund 60 X 20 m , der dievolle Höhe des zweiftöckigen Gebäudes einnimmt. Er dient im Erdgefchofs zur Aufftellung von Sculpturenund ift an feinen vier Seiten in beiden Stockwerken von Sälen umgeben, die zu ebener Erde mit Seiten-licht erhellt und für das Auslegen von Aquarellen, Stichen, architektonifchen Zeichnungen u. f. w. be-nimmt find, im Obergefchofs durchweg Deckenlicht haben und die Gemälde-Sammlung enthalten. DiefeSäle find nach dem grofsen Mittelfaal zu mittels Bogenhallen geöffnet. Die ganze, an der rue de laRegence gelegene Hauptfront wird im Erdgefchofs durch die Eingangshalle beanfprucht. An beiden Endenderfelben liegen die Treppen , von denen die eine für die zum Obergefchofs hinaufgehenden, die anderefür die herabkommenden Befucher beftimmt ift. Eine weitere Treppe liegt an der Rückfeite des Bau-werkes. Die in edlen, claffifchen Formen durchgebildete Schaufeite deffelben kennzeichnet fich durchein fchönes dreitheiliges Portal, deffen vier Säulenfchäfte aus polirtem, fchottifchem Granit angefertigt findund Kapitelle und Bafen aus Bronze haben. Sockel und Gefimfe beliehen aus blauem, belgifchem Kalk-
Fig. 278.
n. Gr
Arch.:Balat.
10 8 6 4 ü 0
+
194.
Zufammen-
ge fetzte
Grundformen
Palaft der fchönen Künfte zu Brüffel 239 ).
ftein; die Mauerflächen find mit gelben Ziegeln verblendet. Der reiche bildnerifche Schmuck des Aeufserenift meift in Bronze hergeftellt. Eine Freitreppe führt zum Portal.
Faft alle bisher befchriebenen Mufeen zeigen die einfache Grundform des Recht-eckes, das theils an den Mitten, theils an den Ecken der Aufsenfronten durchfchwache Vorlagen gegliedert ift. Bei wenigen Beifpielen (Fig. 264, 272 u. 273) findindefs fo ftark vorfpringende Baukörper angeordnet, dafs fie als eigentliche Gebäude-flügel erfcheinen. In ähnlicher Weife mufs bei grofsen Mufeen und bei befchränkterAusdehnung des Bauplatzes dem vermehrten Raumerfordernifs durch Anwendungeiner aus Rechtecken zufammengefetzten Grundform Rechnung getragen werden.Mag nun irgend eine offene Grundform, z. B. w, n, PI, J_, H, oder eine gefchloffene,mit Binnenhöfen verfehene Grundform gewählt werden, fo ift doch ftets darauf zuachten, die mit Seitenlicht erhellten Räume derart zu ordnen, dafs der Lichteinfall