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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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180.

Anlage

und

Geftaltung.

181.RechteckigeGrundform.

182.Einreihige

unddoppelreihigeAnordnung.

183.

Beifpiel

VIII.

3) Mehrgefchoffige Mufeen.

Während man bei den eingefchoffigen Anlagen die Räume nach der Längeund der Tiefe des Gebäudes in beliebiger Zahl an einander fügen kann (ähnlich wiez. R. bei Ausfbellungsgebäuden), da für die Erhellung der inneren Galerien ftetsDeckenlicht zur Verfügung fleht, fo wird bei zwei- oder mehrgefchoffigen Mufeendurch die Rückficht auf gute Erhellung der unteren Gefchoffe die Bcmeffung derGebäudetiefe bedingt und die Art der Aneinanderreihung der Räume beeinflufft,Aufserdem mufs der Anordnung der Haupttreppe, die bei eingefchoffigen Anlagenganz entbehrlich ift, die nöthige Beachtung zugewendet werden.

Man pflegt im Erdgcfchofs die Sculpturen, überhaupt die Sammlungen vonfchweren, grofsen Gegenftänden, die mühfam zu heben find, unterzubringen, in dasObergefchofs dagegen die Gemälde-Galerien zu legen, weil hier befferes, von Re-flexen weniger geftörtes Licht herrfcht.

Wenn hierbei Dcckenlichtfäle an die Aufsenfronten des Gebäudes zu liegenkommen, fo lind Fenfter natürlich nur in den Räumen des Untergefchoffes, nichtaber in denen des Obergefchoffes am Platze. Das Fehlen derfelben erfchwert die Aus-geftaltung der äufseren Architektur, und bei keinem der bisher errichteten Mufeen, welcheeine folchc Anordnung haben (Kunft-Galerie und Mufeum zu Aberdeen in Fig. 256u. 257, Kunfthalle zu Düffeldorf in Fig. 269, Walkers, Kunft-Galerie zu Liverpool,unter f), ift es gelungen, diefc Schwierigkeiten völlig zu überwinden. Die fenfterlofen,hohen Wände des Obergefchoffes erfcheinen kahl und fchwer über den Lichtöffnungendes Erdgcfchoffes, und auch die Anordnung von Blendnifchen, umrahmten Feldernu. dergl. in den äufseren Hochwänden bringt keine befriedigende Wirkung hervor.Uebergrofser Reichthum von malerifchem und bildnerifchem Schmuck zur blofsenAusfüllung der Flächen ift ebenfalls nicht am Platze, fo fehr im Uebrigen dieArchitektur der Mitwirkung von Malerei und Sculptur für den Bau eines Kunft-mufeums bedarf.

Die einfachfte Grundform für ein Kunftmufeum und zugleich diejenige, welchefür die Erhellung feiner Räume am zweckmäfsigften erfcheint, ift das Rechteck. Esift denn auch bei einer Reihe neuerer Mufeen zur Anwendung gekommen.

Für die innere Eintheilung des Kunft-Sammlungsgebäudes kann die einreihigeAnordnung, unter Plinweis auf die bei den eingefchoffigen Mufeen gemachten Dar-legungen, bei den hier in Rede ftchenden zweigefchoffigen Mufeen aufser Betrachtgclaffen werden.

Die doppelreihige Anordnung erweist fich, insbefondere bei befchränkter Tiefedes Mufeumsgebäudcs, als fehr geeignet. Plaupteingang und Treppe werden ambeften in die Mitte der Langfront gelegt. Auf diefe Weife kann der Befuch derSammlungsfäle vom Kintritt bis zum Austritt in jedem Gefchofs in ununterbrochenemRundgang erfolgen.

Solcher Art ift z. B. das Kunftmufeum zu Bern (Fig. 254 u. 255 221 ), dasl %7779 auf einer gegen die Aar fteil abfallenden Bauftelle von Stcltler errichtetwurde.

Das Gebäude hat an der nach Norden zu gerichteten Seite eine ganz freie Lage. Es ergab fichin diefer Richtung nur eine Haustiefe von 23 m , fo wie ein Höhenunterfchied von 6 m und in Folgedeffen die Notwendigkeit der Anlage eines hohen Unterbaues, der nach Norden in zwei Untergefchoffe

--') Nach: Allg. Bauz. 1881, S. 14.