Druckschrift 
Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
193
Einzelbild herunterladen
 

193

Deckenlicht, theils mit Seitenlicht von grofsen Höfen aus erhellt. Liegt fie aberan einer Aufsenwand, fo hat die Anordnung immer in folcher Weife zu gefchehendafs die Fagadenbildung dadurch nicht geftört wird. Der Haupteingang ift theilsan der Mitte der Langfront, theils an der Mitte der Schmalfront angebracht.

Die geordnete Aufeinanderfolge der Eingangshalle, Flure und Flurhallen, ihrZufammenhang mit den Treppen, etwaigen Höfen und Durchfahrten fteht in innigerWechselbeziehung mit dem ganzen baulichen Organismus des Mufeums.

Die Anlage aller zufammengehörigen Sammlungsräume mufs in folcher Weifegeplant fein, dafs der Verkehr des Publicums in jedem Gefchofs in fich gefchloffenift, dafs man alfo nach Eintritt in die Mufeumsräume die ununterbrochene Reihederfelben durchfchreiten und wieder an derfelben Stelle austreten kann. Aufserdemfollten aber, wenn Sammlungen verfchiedener Art in einem Gefchofs vereinigt find,die Räume der einzelnen Hauptgruppen für fich von einem gemeinfamen Flur aus,welchem die hierfür zweckdienlichfte rechteckige, runde oder polygonale Grundformbei geeigneter Anordnung zu geben ift, zugänglich fein. Für die herzuftellendeVerbindung giebt das in Art. 143 (S. 189) befprochene Syftem der Aufstellung derSammlungen, fo wie der demfelben anzupaffende bauliche Organismus des Mufeums(fiehe Art. 144, S. 191) die Richtfchnur.

Zu einer Solchen Flur- oder Centralhalle, in welcher gröfsere, in VorräumepaSSendc Sammlungsgegenftände auSgeStellt zu werden pflegen, eignet fich beSondersein glasüberdeckter BinnenhoS.

Auch die GeSchäStsräume der mit dem Publicum verkehrenden Beamten muffenbequem gelegen und die Kleiderablagen für die Befucher in Verbindung mit derHauptflurhalle gebracht Sein; das Hausmeister- oder PSörtnerzimmer ifl in nächsterNähe des Haupteinganges vorzuSehen.

Leichtigkeit und Ueberfichtlichkeit des Verkehres der BeSuchermenge werdendurch die eben beschriebenen Anordnungen gefichert. Erfrischungsräume Sehlen inden groSsen engliSchen MuSeen niemals und finden fich auch manchmal anderwärts.

Auch für den ungestörten Verkehr der MuSeumsbeamten und der BedienstetenmuSs Sorge getragen Sein. Dazu dienen beSondere Eingänge, DienStflure und LauS-treppen, welche nicht nur mit den Hauptabtheilungen der Sammlungen, Sondernauch mit den GelaSSen für AuSbewahrung von GeräthSchaften und Vorräthen, mitden Packräumen und Aufzügen für grofse SammlungsStücke, mit den Werkstätten,den Arbeitszimmern der Beamten, den Räumen Sür Untersuchung, AusbeSSeruno-oder Herstellung von Gegenständen u. S. w. in gute Verbindung zu bringen und gutzu erhellen find.

BeSondere SorgSalt erheiScht die Anlage von groSsen VortragsSälen, Salls dieZwecke des MuSeums die Herstellung Solcher erfordern. Vor Allem ift die Regeluno-des Ab- und Zuganges der Zuhörer, die Möglichkeit raScher und Sicherer Entleerungder Säle zu bewirken. Näheres über die Vorkehrungen hierzu, Serner über die Ein-richtungen Solcher Säle, So wie der zugehörigen Vorbereitungs- und Nebenräume,ift in Theil IV, Band 6, Heft 2 (Art. 23 bis 32, S. 17 bis 29) dieSes »Handbuches«zu finden.

Faft jedes MuSeum hat feine eigene, wenn auch meift kleine Bibliothek. Die-selbe ift jedoch in manchen Fällen von Sehr beträchtlichem UmSang und wird demZutritt von auSserhalb der AnStalt flehenden Lefern geöffnet. Dann gelten die imvorhergehenden Kapitel gemachten Angaben.

148,

Zufammenhang

der

Sammlungs-

149.

Gefchafts-

und

Verwaltungs-

räume.

150.

Vortragsfale.

151.

Bibliothek.

Handbuch der Architektur. IV. 6, d.

13