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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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Die von Alters her übernommenen Sammlungsgebäude haben grofsentheilseine zeitgemäfse Umgestaltung erfahren, und feit Anfang diefes Jahrhundertes findeine Reihe neuer typifchcr Mufeumsbauten gcfchaffen worden, die auch für die Zu-kunft grundlegend bleiben werden. Diefe in den folgenden Kapiteln zu befchreibendenGrundrifsbildungen derfelbcn find entwickelungsfähig. Sie laffen, wenn der Wandelder Anfchauungen folches erfordert, das Zerlegen des Gebäudes in eine Anzahlvon Abtheilungen zu, derart, dafs die Scheidung recht augenfällig gemacht werdenkann, fowohl in der Anordnung der Zugänge, als in der Bemeffung der Säle, Zimmerund Höfe, fo wie in deren Ausgeftaltung.M5 - Eine weit durchgreifendere Aenderung bezweckt das fog. Agglomerations-

Agglomerations- .. b & b&

Syftem. System 1!);l ). Es beruht auf dem nach dem Bedürfnifs fich richtenden Aneinander-reihen verfchiedener Baukörper für die einzelnen Haupttheile der Sammlungen und(lebt fomit im Gegenfatz zur vorherrfchenden Anordnung der Vereinigung allerSammlungsabtheilungen in einem einheitlichen Gebäude.

Nach (liefern Grundgedanken ift der Entwurf des neu zu errichtenden Landesmufeums der Schweiz,als deffen Sitz Zürich beftimmt ift, erdacht"

2) Räume und deren Vertheilung.T,t6 ' Die Zahl und die Gröfsenverhältniffc der Räume werden von Fall zu Fall nach

Ausdehnung .!---_,-

und Gefchofs- den Erforderniffcn der Aufgabe, die der Sammlungsräume insbefondere auf Grund

theil

ung.

der Anlatze, die in den nachfolgenden Darlegungen über die einzelnen Arten vonMufeen gemacht find, feft geftellt. Nach dem Gefammtflächeninhalt der Räume undnach der Zahl der Stockwerke, auf welche fich jene vertheilen, ift unter Hinzu-rechnung des nöthigen Raumaufwandes für Mauerdicken, Treppen, Gänge, Flur-hallen u. dergl., der etwa 50 bis 60 Procent beträgt, die ungefähre Flächenaus-dehnung des Gebäudes zu ermitteln 200 ). Mufeen, die nur aus einem zu unter-kellernden Erdgefchofs beftehen, find zweckmäfsig, aber verhältnifsmäfsig feiten.Am häufigften ift die Anlage von zwei Gefchoffen über dem Sockelgefchofs. DasHauptgefchofs mit den Deckenlichtfälcn pflegt das I. Obcrgefchofs zu bilden, unddie grofse Höhe, welche diefelben bedürfen, giebt mitunter Veranlaffung dazu, nochin einem II. Obcrgefchofs Gemächer um die Deckenlichtfäle herum anzuordnen.Sind glasbedeckte Binnenhöfe vorhanden, fo nehmen diefelben die ganze Gebäude-höhe vom Erdgefchofsfufsbodcn an ein. Sie pflegen in jedem Gefchofs mit hallen-artigen, offenen Flurgängen umgeben zu fein und im Erdgefchofs, gleich den Sälen,zur Aufstellung von Sammlungsgegenftänden geringerer Bedeutung benutzt zu werden.In folchen Fällen, wie überhaupt in mehrgefchoffigen Mufeen, ift die Anlageund Flure, der Haupttreppe von grofser Wichtigkeit. Sie mufs in fchöner, überfichtlicher Be-ziehung zum Hauseingang und im Zufammenhang mit den Flurhallcn jedes Gefchoffesftehen, darf aber nicht die Reihenfolge der Räume jedes Gefchoffes Hörend unter-brechen und foll auch keinen werthvollen Platz an einer der Aufsenfronten, welcherzu Mufeumszwecken verwendet werden könnte, einnehmen. Aus diefen Gründenliegt die Haupttreppe oft im Inneren der Gebäudeanlage und wird dann theils mit

kreisförmigen Grundrifs übertragbar (der bekanntlich bei der Patent- und Mufterfchutz-Ausftellung zu Frankfurt a. M. i88r an-gewendet worden ift) und laffe fich auch bei zweigefchoffigen Mufeen durchführen. Die vergleichende Betrachtung von Werkenderfelben Art, die in den concentrifchcn Ringen aufzuhellen wären, lafle (ich verbinden mit der geographifchen Zufammen-gehongkeit, wenn jedem Land und Volk ein Sector für fich zugetheilt werde. (Siehe: Bakr-Ferrbk. Notes an mu/emll ar-rangemtnU abroad. Arckittcturc and bmlding, Bd. 14, S. 19.)

) Siehe: Deutfche Bauz. 1891, S. 547.

-<">) Siehe die Tabelle auf S. 199, insbefondere Spalte V u. VI.

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