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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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der bildenden Künfte, der Kunftgewerbe und der Völkerkunde wird die Auswahleiner Schaufammlung in mafsgebenden Kreifen für unzweckmäfsig und unausführbargehalten, weil angenommen wird, dafs die grofse Menge für Gemälde, Bildwerke,Alterthümer, für kunftgewerbliche Arbeiten, für ethnographifche Gegenftände u. f. w.fo viel Intereffe habe, dafs man ihr gar nichts vorenthalten dürfe. Dies trifft wohlfür kleinere Sammlungen und den engen Kreis ihrer Befucher zu; es gilt dagegennicht für grofse hauptftädtifche Sammlungen und die vielen Leute, die fie befuchenund die in einer grofsen Menge ähnlicher Schaugegenftände nur ermüdende Wieder-holungen erblicken.

Defshalb wird man nicht umhin können, in allen grofsen Mufeen, die ja mitder Zeit mehr und mehr überfüllt werden, früher oder fpäter eine Scheidung desInhaltes in eine Schau- und eine Studienfammlung vorzunehmen.

Im Vorftehenden ift bereits der innere Organismus des Mufeums und einiger-mafsen deffen Ausgeftaltung in Betracht gezogen; denn man mufs fich über allediefe Dinge, die zum Syftem der Anordnung der_ Sammlung gehören, vollkommenklar fein, ehe man zum Entwerfen des Gebäudes, deffen Gefammtanlage davon ab-hängt, fchreiten kann. Wollte man z. B. die Vorfchläge, die in der unten angegebenenQuelle 195 ) bezüglich der Reorganifation der Kunftmufeen gemacht worden find,annehmen und auf Mufeen überhaupt übertragen, fo muffte man folgerichtiger Weifedie Herftellung einzelner, durch einen Park getrennter und allenfalls durch gedeckteGänge verbundener Gebäude, »welche in ihrer Bauart den verfchiedenen Zeitalternund Völkergruppen zu entfprechen hätten« , vornehmen. In letzterer Hinficht gehtdiefer Gedanke, felbft für unfere dem Stilwechfel huldigende Zeit, offenbar zu weit.Wohl aber läfft fich eine architektonifch fchöne, wohl geordnete Gruppirung mehrererMufeen, deren Abfonderung mancherlei Vorzüge hat, in verfchiedener Weife fchaffenSolche Anlagen find da und dort fchon geplant und zum Theile ausgeführt worden.

Hierher gehört der von König Friedrich Wilhelm IV. gefaffte, von ihm und feinen Nachfolgernverwirklichte Gedanke der Errichtung eines Bezirkes von Mufeen für Kunft und Alterthumswiffenfchaftauf dem nördlichen Theil der Spree-Infel zu Berlin (fiehe Art. 131, S. 183).

Auch für die Hof-Mufeen zu Wien hatten fowohl v. Ferflel, als v. Hänfen eine zufammenhängendeAnlage von Gebäuden, die einen ausfchliefslich der Wiffenfchaft und Kunft geweihten Mufenhof zu bildenbeftimmt waren, entworfen 196 ).

Aus neuerer Zeit ftammt der fchöne Entwurf zu einem National-Mufeum für Bukareft von Schmieden,z>. Weltzien &-= Speer' 9 ''), wobei drei durch Hallen mit einander verbundene Sammlungsgebäude ange-nommen find.

Mag man fich nun die Mufeumsgebäude der Zukunft geplant denken, wie manwill 198 ), fo werden fie doch ficherlich die heutzutage beftehenden Typen diefer Bau-werke nicht verdrängen.

IM) Krell, P. F. Ein neues Syftem für Kunftausftellungen und Galerien. Beil. zur Allg. Zeitung 1889, No. 279,S. 2. Der Verfaffer denkt fich die Gemälde-Mufeen aus Bildern folgender Gruppen zufaminengefetzt:

a) Gefchichtsbilder, d. h. Darftellungen aus der politifchen und der Culturgefchichte. in einer Anzahl Säle, welche jeden grofsen, gefchichtlichen Epochen gewidmet wären.

ß) Das Leben der Neuzeit, in eine gröfsere Zahl von Abtheilungen gefchieden: Dafein und Treiben der Bevölkerungin grofsen Städten, Landfchaften, die damit in Beziehung flehen. Das Leben in kleinen Städten, auf dem Lande, im Gebirgeam Meere, mit zugehörigen Landfchaften und Thierbildern.

y) Die Welt der religiöfen Vorftellungen und Darftellungen des kirchlichen Lebens. Phantaficwclt der lnythologifchcnund allegorifchen Schöpfungen, denen fich die fog. claffifchen Landfchaften anzufchliefsen haben würden.

ISO) Siehe: Zeitfchr. d. oft. Ing.- u. Arch.-Ver. 1867, Bl. 8 u. 9.

rei) Siehe: Deutfche Bauz. 1887, S. 145.

W) Die in den grofsen Mufeen von London und Paris wahrgenommenen Mängel des üblichen Syftems der Grundrifs-anordnung, bedingt durch das Aneinanderreihen rechteckiger Sammlungsräume, bilden den Gegenftand eines Auffatzes (f u )deffen Verfafler für Sammlungsgebäude von grofser Ausdehnung die radiale und concentrifche Raumeintheilung nach ähn-lichem Grundgedanken, wie bei der Parifer Weltausftellung von 1867 empfiehlt. Das Syftem fei eben fowohl auf den halb-