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auch an das Mufeums-Kunftleben vollftändig gewöhnt. Mufften fich fogar dieKünftler dazu verftehen, ihre Werke nun unmittelbar für die Mufeen zu fchaffen!Hierdurch hat begreiflicher Weife das Bauen von Mufeen eine erhöhte Bedeutungerlangt. Bei deren Errichtung wie bei ihrer Ausrüftung folltc aber unfer oberfterGrundfatz ftets fein und bleiben, dafs ein Mu'feum kein blofses Magazin, und wärees auch noch fo wohl geordnet, fondern ein Rahmen für die Kunftwerke fein foll,der würdig genug ift, ihre urfprüngliche Bedeutung für das Leben anzudeuten.
Dann lehrt die Kunft nicht nur, fie fchmückt auch und begeiftert, im Sinneder in unferer Zeit herrfchenden hiftorifchen Anfchauung.
In den meiften der oben befchriebenen Mufeen waren urfprünglich die Kunft-und Alterthümerfammlungen mit den wiffenfehaftlichen Sammlungen, hier und dortauch mit den Bibliotheken 189 ) vereinigt. So ift es an manchen Orten bis heute A "-noch geblieben. In den grofsen Städten aber mufften im Laufe der Zeit die Samm-lungen getrennt und befondere Mufeen für einzelne Gebiete der Kunft und Wiffen-fchaft errichtet werden.
Namentlich die Mufeen für Naturkunde find jetzt meift aus ihrem früheren ' 3 r y '
Mufee
Verbände mit anderen Sammlungen losgelöst und in eigenen Gebäuden untergebracht. für
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Sammlungenverfchiedener
Naturkunde.
Eine wirklich felbftändige Entftchung und Entwickelung hat von den alten Anftaltencliefer Art nur das Mußum d'hißoire naturelle zu Paris, deffen Gründung in dasJahr 1626 fällt 190 ), ferner eine Anzahl der in neuerer Zeit gefchaffenen Mufeen fürNaturkunde. Sie erfordern, ihrer gefchichtlichen und fachlichen Bedeutung gemäfs,eine befondere Betrachtung (flehe Kap. 6), die fich auch auf die Mufeen für Völker-kunde diefe jüngften Errungenfchaften der wiffenfehaftlichen Forfchung, erftrecken kann.
Das ältefte Mufeuni für Kunfthandwerk und Gewerbe befteht im Confervatoire '40des'arts et mitiers zu Paris, das aus der Zeit der franzöfifchen Revolution flammt 191 )
Mufeefür
Seine Anlage erfolgte auf Grund eines Befchluffes des Convents, dahin lautend, <lafs »die Gründung Kunfthandwerk
eines öffentlichen Lagers (depot public) für Mafchinen, Modelle, Werkzeuge, Zeichnungen, Befchreibungenund Bücher aller Zweige der Künlte und der Gewerbe (de tous les genres d'art et mitiers)« erfolge. Diesgefchah durch Decret vom IO. October 1794, welches diefer Anftalt den Namen gab, den fie noch heuteführt. Die Ausführung des Decrets fand aber erft mehrere Jahre fpäter unter dem Direktorium ftatt, dasdurch Gefetz vom 10. Juni 1798 befummle, dafs dem Confervatoire des arts et metiers die Gebäude derehemaligen Benedictiner-Abtei St. Martin-des-Champs zugewiefen werden. Mufeum und Schule wurden da.felbft im April 1799 eröffnet.
Die vielen fonftigen Mufeen für Kunfthandwerk und Gewerbe find Schöpfungender neueften Zeit. Ihre Entftehung ift auf den Erfolg der_erften Weltausftellung zuLondon von 1851, zurückzuführen. ^
Von diefen fo wie von Mufeen für einzelne Fachgebiete wird in den folgendenKapiteln die Rede fein.
b) Gefammtanlage.
1) Allgemeine Erfordern i ffe und Grundzüge.
Die Mufeumsanlage im Grofsen und Ganzen, fo wie der Bedarf an Räumen «41im Befonderen richten fich nach den Sammlungen, die im Gebäude aufgenommenwerden follen, und nach dem Umfang derfelben.
d Gewerbe.
iuimbedarf.
189) Siehe Art. 38 (S. 45).
WO) Siehe: Revue gin. de Varch, 1883, S. 17.
Wl) Siehe: EncyclopSdie iVarch. 1883, S. 34.