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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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i 3 6.Ocffentlich

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3) Umwandelunge n.

Aus den vorhergegangenen Darlegungen erhellt, dafs einzelne Mufeen feitBefuch. Mitte des XVIII. Jahrhundertes weiteren Kreifen der Bevölkerung geöffnet und da-durch ihrem Hauptzweck dienlich gemacht wurden. Allein crft die franzöfifcheRevolution vcrfchaffte der Erkenntnis, dafs die Werke der Kunft und WiffenfchaftGemeingüter der Menfchheit find, nach und nach allgemeine Geltung. Seit Anfangdiefes Jahrhundertes begann man fo ziemlich überall, die Mufeen nach bcftimmterOrdnung dem Publicum zugänglich zu machen.

Nunmehr zeigte fich, dafs die Aufftellung der Sammlungsgegcnftände an vielenOrten eine recht ungenügende war, dafs auch die fie bergenden, urfprünglich fürandere Zwecke errichteten Baulichkeiten für die Erhaltung der Gegenftände nichtden nöthigen Schutz, für die überfichthehe, fyftematifchc Anordnung der Sammlungennicht Raum genug gewährten. Man fing im erften Viertel diefes Jahrhundertesund zwar zuerft in Deutfchland an, neue, für Aufnahme der Sammlungen ge-eignete Mufeumsgebäude zu errichten.

* 37 Die deutfehen Gelehrten aber hatten fich die Kunftanfchauungen, die in der

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anfchauungen Blüthezeit Griechenlands vorherrfchten, zu eigen gemacht und konnten fich anfänglich

fond und jetzt, nicht in die durchaus verfchiedenen Beftrebungen der Neuzeit und ihre Erforderniffehineinfinden. Sie verlangten eine ähnliche Verwendung von Werken der Kunft, zu-nächft denen der Plaftik, wie bei den Griechen. .So gut wir durch die Erbauungvon Denkmälern zur Erinnerung an grofse Thatcn und Ercigniffe, fo wie durch Er-richtung von Bildfaulen zum Gedächtnifs grofser Männer auf öffentlichen Plätzenund Orten ein Gefühl tiefer Ehrfurcht, weihevollen Andenkens und wirklicher Be-geifterung hervorrufen können, meinten fie, eben fo gut feien wir im Stande, anftattdie Sculpturen vergangener Zeiten in die Mufeen zu bannen, durch die Anwendungdiefer Kunftwerke zu erhabenen Zwecken auf die Menge zu wirken. Immerhin wohlangemeffen, wenn auch untergeordneter, erfchien ihnen der Zweck der Kunftwerke,wenn fie nur fchmücken und verzieren. Die Kunft »dient« in diefem Falle, fagtenfie, waren doch auch (nach Auffaffung der Griechen) die Grazien Dienerinnen derOlympier. Harte aber und unwürdige Dienftbarkeit wartet 'der Kunft, da wo fienur lehrt, da wo ihre Werke, in Sammlungen zufammengeftapelt, der trockenen Ge-lehrfamkeit zur Grundlage dienen muffen. Dazu kam, dafs häufig das blofs Seltfameund Merkwürdige vom Schönen nicht unterfchieden wurde und dafs fich nicht feitenReliquien mit der Antike mifchten. Böttiger nennt in einem Vortrage um 1808folche Mufeen Invalidcnhäufer oder Lazarethe der Antike. Herder ruft aus:

O Zeit, ftatt deiner Heldenideale,Erkenne dich und bau' dir Hofpitale!

B'öttiger findet eine Sammlung von Kunftwcrken in unferem Sinne nur ent-fchuldbar, wenn diefelbe wenigftens eine fchmückend ausfeilende Aufftellung er-fahren.

Wir haben uns längft mit dem Gedanken der Mufeen ausgeföhnt; wir habenden Namen »Mufeum« auf den Inbegriff aller Sammlungen übertragen 18K ) und uns

) Vergebens eiferte der Mcifter der Glyptothek und der Alten Pinakothek zu München, Leo v. Klenzc, gegen dieBeibehaltung des allbekannten, aber ganz verfchiedenartige Zwecke bezeichnenden Namens Mufanm. »Welche Mufc des Par-naues«, fo fragt er, »ftand wohl der Bildhauerkunft oder der Malerei vor?« (Siehe deffen: Sammlung architektonifeber Entwürfe,welche ausgeführt oder für die Ausführung entworfen find. München 183150. S. 1.)