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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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etc.

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mit maffiven Decken günftiger, als Magazinbauten, bei denen 5 bis 6 oder nochmehr über einander angeordnete Büchergefchoffe mit durchbrochenen eifernenZwifchenböden eine gleichmäfsige Heizung des Raumes ausfchliefsen.

Manche Bücherräume werden gar nicht geheizt, fo z. B. jene in der Grofs-herzogl. Hof- und Landes-Bibliothek zu Carlsruhe und in der Grofsherzogl. Hof-bibliothek zu Darmftadt, diejenigen in den Königl. Bibliotheken zu Stuttgart und zuStockholm, jene in der Univerfitäts-Bibliothek zu Roftock, diejenigen in der neuenHerzogl. Bibliothek zu Wolfenbüttel etc.

Von der Heizung der Lcfefäle war bereits unter c, 3 (Art. 90, S. 132) die

Rede. In manchen dcrfelben wird eine künftliche Erwärmung des Fufsbodens noth-

wendig; diefelbe läfft hell unter Umftänden einfach und billig dadurch erreichen,

dafs man die aus dem Lefefaal abziehenden Gafe unter dem Fufsboden abführt.

IQ 4- Eine fachgemäfsc Blitzableitungsanlage follte niemals fehlen. Derfclben ift um

Feuerisfch-' fo gröfsere Aufmerkfamkeit in der Anlage, Herftellung und Unterhaltung zuzuwenden,

Vorrichtungen j c f re ier und von anderen Gebäuden abgefondert die Bibliothek da fleht.

In Magazinsbibliotbeken ift in der Regel ein ftarkes Gerippe von Eifcn-Con-ftruetionen vorhanden, wodurch befondere Vorficht und Sorgfalt bei der Anlage derBlitzableitungen nothwendig wird. Nach einem von v. Hclmlioltz 137 ) abgegebenenGutachten würde man fich in einem folchen Falle vergeblich bemühen, aufserhalbdes Gebäudes eine Leitung herzuftcllen, welche den umfangreichen Eifen-Conftruc-tionen im Inneren gegenüber nur einigermafsen in Frage kommen könnte. Nament-lich liegt in gufseifernen Säulen, welche einerfeits bis nahezu auf den Baugrund,andererfeits bis in den Dachboden hineinreichen und unter fich durch eiferne Balken-lagen verbunden find, eine fo bedeutende Leitungsfähigkeit, dafs, fo viele Kupfer-ftangen oder -Kabel man auch am Aeufscren des Gebäudes hcrabführen will, immerdie Gefahr vorhanden ift, dafs der elektrifche Schlag in das Innere des Gebäudesüberfpringt.

Aus diefen Gründen kann es in derartigen Fällen geboten fein, auf alle äufserenAbleitungen vollftändig zu verzichten und den eifernen Einbau felbft zur Ableitungder Blitzfchläge zu benutzen. Wo der elektrifche Schlag eine gute Leitung findet,ift eine zerftörende Wirkung deffelben nicht zu befürchten, und es ift felbft an einErglühen der Eifen-Conftruction in Rückficht auf die grofsen Querfchnitte nicht zudenken. Es wird fich demnach bei derartigen Anlagen darum handeln, die Blitz-fchläge einerfeits auf geeignetem Wege in die Eifen-Conftruction einzuleiten undandererfeits die letztere mit einer zuverläffigen Erdleitung in Verbindung zufetzen.

In folcher Weife ift man beim Neubau der Univerfitäts-Bibliothek zu Halle verfahren. Auf demDache diefes Gebäudes nimmt ein ziemlich central gelegenes, auf dem hölzernen Sparrenwerk beteiligtesDachlicht den höchften Punkt ein. Daffelbe wurde mit Umgehung des Holzes an die Eifen-Conftructionin der Weife angefchloffen, dafs man vier ftarke eiferne Verbindungsftangen einerfeits mit der Unterflächeder Dachlichtfparren, andererfeits mit den vorhandenen gufseifernen Dachftuhlfäulen (fiehe Fig. 123, S. 98)verfchraubte. Auf die äufserften Dachlichtfparren wurden zwei Auffangeftangen mit Platinfpitzen aufgefetzt.Bei Anlage der Erdleitung wurden nicht alle im Erdgefchofs vorhandenen Säulen mit Ableitungen in denUntergrund verfehen; fondern es wurden drei derfelben ausgewählt, welche mit metallifchen Verbindungendie Leitung bis zum Dachboden fortfetzen, ohne durch Mauerwerk unterbrochen zu fein. Diefe Säulenwurden an den Fufsenden metallifch blank gefeilt, mit Kupferkabeln mehrfach umwickelt und letztere bis

1:iT ) Aus Anlafs der für die Univcrutiits-Iiibliothek zu Halle auszuführenden liiitzableitungcn.— Siehe darüber: Zeitfchr.f. Bauw. 1882, S. 348.