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Die Lefefäle der allermeiften Bibliotheken find im Grundrifs rechteckig ge-ftaltcte Räume, in denen für die Befucher die Lefetifche in Längs- oder Querreihenaufgeftellt find. Hingegen find der Lefefaal der Bibliothek des Britifh Mufeum zuLondon, welcher im neuen Erweiterungsbau gelegen ift, fo wie die Lefefäle anderercentraler Anlagen, im Grundrifs nach einem Kreis oder Vieleck geformt und dementfprechend in der Regel als Kuppelraum etc. ausgebildet.
Die Lefefäle werden bei Tage entweder durch Seitenlicht oder durch Decken-
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Erhellung.
licht oder durch beides zugleich erhellt.
Soll ein Lefefaal nur durch feitliche Fenfter beleuchtet fein, fo werden folchein den allermeiften Fällen an beiden Langfeiten nothwendig werden. Sobald dieSaaltiefe eine etwas bedeutendere ift, ift die Erhellung von nur einer Seite her fürdie von den Fenftern weiter entfernten Lefeplätze eine unzureichende; der Lefefaalin der Hof- und Staatsbibliothek zu München liefert einen deutlichen Beweis dafür.Um eine möglich ft gute Beleuchtung zu erzielen, laffe man die Fenfter bis nahe andie Decke reichen; da man die Umfaffungswände gern zur Aufftellung von Wörter-büchern und anderen Nachfchlagewerken benutzt, kommt nicht feiten hohes Seiten-licht zur Anwendung.
Die Forderung, den Lefefaal an beiden Langfeiten mit Fenftern zu verfehen,bringt bei der Grundrifsanlage nicht feiten grofse Schwierigkeiten; dazu kommt noch,dafs die Lefeplätze um fo fchlechter beleuchtet lind, je weiter fie von den Fenfter-wänden abftehen. Es ift defshalb nahe liegend, den Lefefaal in das oberfte Ge-fchofs zu verlegen und ihn von oben her zu erhellen, und thatfächlich ift in faftallen gröfseren Bibliotheken für den Lefefaal Deckenlicht herangezogen worden.Bietet fich dabei Gelegenheit, auch noch feitliche Fenfter anzuordnen, fo werdendiele mit zur Beleuchtung herangezogen.
In manchen kleineren Bibliotheken Englands hatman die feitliche Erhellung der Lefefäle in der Weifezur Ausführung gebracht, dafs man die im dortigenWohnhausbau fo fehr beliebten erkerartigen Ausbauten(boiv Windows) auch hierher übertrug (Fig. i6o lia ); injedem derartigen Erker ift alsdann ein Lefetifch auf-geftellt, der felbftredend fehr gut beleuchtet ift.
Für die Stellung und fonftige Anordnung der 8 3 .
Tifche, bezw. Tifchreihcn find mafsgebend: Anordnung
der
a) die Art der Erhellung; Lefetifche.
ß) das Beftreben nach thunlichfter Raumausnutzung, und
y) die Bedingung, dafs die Lefenden durch den Verkehr zwifchen den Tifch-reihen nicht geftört werden follen.
Gefchieht die Erhellung der Lefetifche nur von der Seite her, fo find die Tifch-reihcn fenkrecht zu den Fenfterwänden zu ftellen, damit die Lefer das Licht vonder Seite her empfangen. Würde man die Reihen den F'enfterwänden parallel ftellen,fo würden die Lefenden, welche letzteren den Rücken zuwenden, Schatten auf ihrenArbeitsplatz werfen; auch das Sehen nach den Lichtflächen würde ftörend fein. Daes nun am angenehmften und auch am zweckmäfsigften ift, wenn das Licht vonlinks einfällt, fo würde dies auf einfeitig zu benutzende Lefetifche hinweifen; that-
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"2) Nach: Revue gen. de l'arch. 18