Eine andere Art folcher Ausheilung wird durch Geräthfchaften, welche ausPulten und Schreinen beftehen, bewirkt, wie fie zur Auslage und Aufbewahrung desreichhaltigen Urkundenmaterials im Ritterfaal des Staatsarchivs auf dem hohenSchlofs zu Marburg zur Ausführung gekommen find" (Fig. 20 14 ).
Das Gefchränke fetzt fich aus den Theilen A, B, C zufammen, die fich leicht zerlegen und fort-tragen laffen, und lieht zur Sicherung gegen Feuchtigkeit frei in der Mitte des Saales. Ueber je zweineben einander und als Doppelfchrein hinter einander geftellten Schreinen liegt ein Doppelpult. Pulteund Schreine find wohl verfchliefsbar; jedoch find an gegenüber liegenden Stellen der Stirnfeiten Oeffnungenangebracht, die mit feinem Drahtgeflecht überzogen find, um Staub und Infecten abzuhalten. Die hinterenWände der Schreine haben ähnlich, wie in Fig. 14 (S. 18), Luftöffnungen erhalten.
In den neun Gefachen der mit Thüren verfehenen Schreine werden die Urkunden aufbewahrt,
während die feltenften und koft-barflen Urkunden in den oberenSchaukaften unter Glas ausge-breitet liegen. Die Urkundenfind, wie die Siegel, vor Hin-und Herbewegen gefichert. Dieeine Hälfte eines Doppelpultesenthält je zwei Auslagegehäufe,von denen das obere mit demunteren durch Bänder befeftigtift und lothrecht aufgeftellt wer-den kann. Dadurch find zweiSchaufeiten gewonnen, und es iftzugleich der Vortheil erreichtworden, dafs nach dem Wieder-umklappen des oberen Gehäufesdie Urkunden vor der zwar lang-famen, aber immerhin zerftörendenEinwirkung des Lichtes gefchütztwerden. Diefes Gefchränke iftauf das reichfte ausgeftattet; dieFlächen der Thüren und Stirn-feiten find mit Intarfien ge-fchmückt.
Haben die Pulte nurein mit einer Glastafelabgefchloffenes Gehäufe,fo ift Sorge zu tragen,dafs ein undurchfichtigesTuch oder eine Tafel vonHolz oder Pappdeckel,welche erft beim Befchauen zu entfernen find, die ganze Fläche vor dem fchädlichenSonnenlicht fchützen.
Leitern der verfchiedenften Art und Gröfse, tragbare und fahrbare, mit undohne Geländer, wie fie in den Bibliotheken gebraucht werden, kommen auch in denArchiven zur Verwendung. (Siehe hierüber im nächften Kapitel, unter c, i, ß.)
Zum Hin- und Herbefördern einer gröfseren Anzahl Acten u. dergl. find fahrbare Geräthe: Tifche und Schiebekarren im Gebrauch, wie in Fig. 21zwei Beifpielen aus Wiesbaden und Frankfurt a. M. gezeigt ift.
Fahrbarer Tifch im Staatsarchiv zu Wiesbaden 24 ).Fig. 22.
Schiebekarren im Stadtarchiv zu Frankfurt a. M. 24 ).
U.
22 24 )
an
23.
Leitern.
24.
Fahrbare
Tifche
und Karren.
2*) Nach vom Verf. an Ort und Stelle gemachten Aufnahmen.