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Staatsarchivzu Weimar.
c) Beifpiele.
Dem neuen Staatsarchivgebäude zu Weimar (Fig. 23 u. 24 25 u. 26 ) ift dasMagazinfyftem zu Grunde gelegt, und die Gefchäftsräume befinden fich, durch ftarkeBrandmauern vom Archivfaale getrennt, mit diefem unter einem Dache.
Das Gebäude liegt fern von ftaubigen Wegen im Hofgarten und an den Ausläufern des Parkes,nach Norden zu an einer grofsen, den Park abfchliefsenden Wiefenfläche.
Beim Bau wurde als unerläfslich betont, dafs fämmtliche Archivalien ohne die geringfte Beihilfeeiner Leiter zu erreichen find und das Aufteilen des Archivs ohne Zuhilfenahme von Wandflächen er-möglicht wurde. Die Conftruction des Archivfaales zeigt grofse Einfachheit und Gleichmäfsigkeit. Derganze Raum ift unterkellert, der Keller gelüftet, und fämmtliche Mauern find ifolirt.
Die in einem Abftand von 1,45 m angeordneten, durch vier Gefchoffe in Holz aufgebauten Doppel-gerüfte ruhen jeweils auf einer im Keller auf die ganze Breite des Gebäudes durchgehenden, nurdurch einzelne Bogenöffnungen durchbrochenen Mauer. Diefe Mauern find unter lieh durch flache Ge-wölbe, welche die Kellerdecke bilden, verfpannt. Kreuzförmig gebildete eiferne Stützen, welche innerhalbder Actengerüfte flehen, tragen fowohl die eifernen Bälkchen für den Belag der durchbrochenen eifernenZwifchenböden, als auch die oberften ftarken eifernen Träger, zwifchen welchen die mit einer flarkenCementfchicht abgeglichene Wölbung des Dachbodens eingefpannt ift. Entfprechende Zugftangen haltenfowohl diefe Hauptconftruction, wie die Conftruction der Actengerüfte zufammen.
Fig. 23.
Erdgefchofs' 25 ).
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Staatsarchiv zu Weimar
Eine eiferne Podefttreppe mit geraden Läufen und ein dahinter liegender Aufzug verbinden die vierGefchoffe in der Mitte des 21,so m langen Archivfaales; aufserdem kann in dem 1,öo m breiten Mittelgangdurch Aufheben des eifernen Bodenbelages an jedem der neun Doppelgerüfte ein Aufzug angebrachtwerden 27 ). Eine an der Schmalfeite in der Längsaxe des Gebäudes und in der dem Eingang zum Ver-waltungsgebäude entgegengefetzten Richtung angelegte grofse Thüröffhung foll in Brandfällen zur fchnellenRettung der Archivalien dienen.
Die gleichmäfsige Beleuchtung der Archivräume erfolgt durch grofse, 4,00 m hohe, für die beidenunteren Gefchoffe 2,40 m breite und für die beiden oberen Gefchoffe 2,10 m breite Fenfter. Die Doppel-gerüfte find demnach fowohl auf die Pfeiler-, wie auf die Fenfteraxen gerichtet und beginnen in einemAbftand von l,oo m von der inneren Flucht der Umfaffungsmauer, um den Verkehr der Abtheilungen untereinander zu erleichtern und die Verbreitung des Lichtes zu ermöglichen. Die eifernen Zwifchenböden find aufser-dem durchbrochen, um noch mehr Licht den Gängen zuzuführen. Diefe Böden beftehen aus Schmiede-eifen und werden von T-Eifen gebildet, die nahe genug an einander liegen, um bequem und ficher gehenzu können 28 ). Immerhin dürfte ftets fehr reiflich in Erwägung gezogen werden, ob nicht einem voll-fländig ebenen Fufsbodenbelag für das fichere Stehen und Schreiten der Vorzug zu geben ift.
Auf der Südfeite wird das Sonnenlicht durch matt gefchliffene Fenftergläfer gemildert. EineHeizungsanlage (Heifswafferheizung mit Mittelhochdruck), wie fie für die Gefchäftsräume ausgeführt wurde,
2o ) Nach den von Herrn Archiv-Director Dr. Burkhardt in Weimar gütigft zur Verfügung gefreuten Plänen.
26) Facf.-Repr. nach: Archival. Zeitfchr., Bd. 11, S. 192.
27) Diefe Einrichtung foll fich befonders bei der Uebsrfiedelung des Archivs als praktifch bewährt haben.
28) Eine von Herrn Archiv-Director Dr. Burkhardt beim Bau in Anregung gebrachte Verbefferung des eifernenFufsbodens durch eingefügte, im Niveau des Bodens liegende Laufbretter ift nicht zur Ausführung gekommen.