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den verfchiedenen Gefchoffen vermitteln, Collen fo eingerichtet fein, dafs fie nichtin einen Schacht zu liegen kommen und im Falle einer rafch nothwendigen Rettungdenfelben verftopfen können.
Bezüglich der Gefahr gegen Einbruch wird es fich im Allgemeinen empfehlen,keine Vorrichtungen zu treffen, welche bei der Notwendigkeit, die Archivalien durchdie Fenfter retten zu muffen, Hinderniffe bereiten.
Zahl und Gröfse der Geschäftsräume wachfen mit der Gröfse des Archivs, i >
. , . Gefchaftsräume.
und es werden hier die im Folgenden (unter c) zu beichreibenden Beifpiele aus-geführter Bauten den nöthigen Auffchlufs geben.
b) Beftandtheile und Einrichtung.
Ein Vergleich der Archiv-Neubauten mit den Neubauten von Bibliotheken er-giebt, dafs die neueren Bibliothekfyfteme den Anforderungen der Archivanlagen fehrgut entfprechen, und dafs die Bedürfniffe für beide Gattungen von Bauten ähnliche,wenn nicht oft ganz gleiche find. Es wird defshalb hier auf eine eingehende Be-trachtung der einzelnen Räume, bezw. Gebäudetheile, nicht näher einzugehen fein.
Die Innen-Architektur der Aufbewahrungsräume wird fich ftets dem Haupt-zwecke, die Actengerüfte bequem aufstellen und die Reinigungsarbeit gut und inleichter Weife vornehmen zu können, in einfachfter Weife unterordnen muffen,während Eingang, Treppenhaus und etwa auch die Lefezimmer, dem Stil de<, Ge-bäudes und den vorhandenen Mitteln entfprechend, ausgebildet werden können.
Ein Beifpiel eines reich durchgebildeten Lefefaales ift der Round-room im Reichs-archiv zu London, der von einem wohlthuend gedämpften Deckenlicht erhellt wird.Der die Aufficht führende Beamte hat von feinem erhöhten Pultfitz freien Ucber-blick auf den rundum herlaufenden Arbeitstifch der Archivbenutzer.
Während in den Bibliotheken die Bücher fchon durch den feilen Einband ge-fchützt find, liegen Urkunden, Acten, Karten u. dergl. in den Archiven offen undverlangen, abgefehen davon, dafs fie nur in einem Exemplare vorhanden find, eine:forgfältigere Art der Aufbewahrung.
Mehr einfach, als zweckmässig wird die Einrichtung des alten Frankfurter Archivs gefchildert, dasin den Thürmen der Zeoftkardi-Kirche aufgerollt ohne Sonderung in Säcken lag. War ein Sack voll, fowurde ein neuer angefangen. Dies foll bis 1589 gedauert haben, war aber doch wohl kaum der urfpriing-liche Zuftand. Anfänglich genügte ein grofser Kaften oder Koffer, die eifla civitatis, welche in Hamburg1293 erwähnt wird, in der ihezauraria^ trezekamere mit der Stadt Geldern und Koflbarkcilen; fpäter be-durfte es neuer Behälter; die Stadt Aachen gab 1338 acht Schillinge aus pro duobus parvis ferineis inquibus quitaneu poßte fucrunt, 11 pro una lada ad impontndum cartas novas, 1349 Heben Schilling profera magna ad eiflam.
Eine recht alterthümliche und zweckmäfsige Einrichtung befindet lieh im Hofkammergericht in Ofen.Durch luftige Gewölbe gehen eiferne Stangen, an denen Beutel hängen, fichcr gegen Mäufe und Feuchtig-keit. Die Bafis bildet ein viereckiges Brett, etwa von 1 Quadratfufs; darauf lieht die Signatur. DerArchivar durchfehreitet mit einer langen Ofengabel bewaffnet diefc Räume, muftert das Firmament undlangt fich feinen Beutel herunter; er lost die eifernen Ilaken, in welche die vier Zipfel auslaufen, vondem Ring, der fie zufammenhält, und wie nun die Zipfel feitwärts niederfallen, liegen die Acten zu be-quemer Benutzung vor uns.
Im englifchen Staatsarchiv lind noch aus alter Zeit hanaperia, liampers, Körbe vorhanden, derenjeder mit feinem labcl verfehen ift; darin wurden Complexe einzelner Originalurkunden aufbewahrt 11 ).
Bei Einrichtung eines Archivs mufs zunächft die Frage beantwortet werden, 12.
ob das zahlreiche und befonders das aus den weniger kofibaren Acten, Amtsbüchern ^f. 0 "
4 amucllung.
Mobili;
i) Aus: Wattenbach, a. a. 0., S. 5-1"—543-