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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Bauplatzund

Rufsland beginnt 1614 Ordnung in feine Urkunden zu bringen":.

Im uralten Culturland Japan waren fchon in alten Zeiten in jeder Provinz Schreiber angellellt,welche die Urkunden aufzeichneten, und wenn auch das Meide diefer Schriftftücke untergegangen ift, fobelitzt es heule noch viele Tempelarchive , welche den Schriftfammlungen unferer Bisthümer und Klöfterentsprechen, fo wie in der Hauptftadt Tokio vier grofse wellliehe Archive.

Wenn nun auch zu fall, allen Zeiten der Aufbewahrung wichtiger Schriftftücke grofse Sorgfalt zugewendet wurde, fo waren doch wenige Archive fo glücklich, dafs lie nicht im Zufammenhange mit anderenGebäuden flehen.

fn Deutl'chland fing man erft zu Ende des vorigen Jahrhundertes an, beim Archivgebäude in derehemaligen Reichsstadt Wetzlar für das kaiferliche Reichskammergerichts-Archiv, 17S2 92 erbaut, daraufBedacht zu nehmen. Von einer ßefchreibung und Darftellung jener älteren Rauten kann defshalb füglichAbftand genommen werden.

Die Zersplitterung Deutichlands in fo viele Staaten und die Hartnäckigkeit, mit welcher Fürften,Gemeinden und Genoffenfchaften an ihrer Selbständigkeit, zu welcher eine Archivkammer als nothwendigesZubehör erachtet wurde, feil hielten, war Urfaehe, dafs die Zahl der Archive eine ganz aufsergewöhnlicheHöhe erreichte. Obgleich die Revolutions- und Rriegsllürme zahlreiche Archive der Klöfter, Stiftungen.Reichsstädte, Ritterorden und anderer Reichsstände eingezogen und theilweife nach allen Richtungen hinzerstreut haben, zählen wir im deutfehen Reiche heute noch etwa 800, und wenn Oefterreich-Ungarn, dieSchweiz, Luxemburg und die ruffifchen Oftfeelande hinzugerechnet werden, weit über 1000 felbftändigeArchive '").

Es ifl defshalb begreiflich, dafs die neue Zeit lieh die Aufgabe (teilen muffte, den Archiven, deneneine hohe Bedeutung für unfer Volksleben zuerkannt werden mufs, die gröfstmögliche Sicherung gegenjederlei Gefahr durch zweckentfprechende Neubauten angedeihen zu laffen.

Von grofser Wichtigkeit ill die Lage eines Archivs in Bezug auf feine Um-gebuno-. Für einen Neubau follte tue Wahl eines in genügender Entfernung vonUmgebung. Gebäuden liegenden freien Platzes als fclbftverftändlich angenommen werden. Dervornehme, ruhige Theil einer Stadt, eine Vorftadt mit Gärten und Landhäuferndürfte lieh am beften eignen.

Hl: der Untergrund bezüglich der aufzeigenden Bodenfeuchtigkeit ungünftig, foill: auf eine durchgehende vvirkfame Ifolirung des Mauerwerkes zu achten, und dieAufsenmauern lind möglichft mit abgedeckten und gelüfteten Luftcanälcn zu ver-fehen. Unter allen Umftänden follte das Gebäude ganz unterkellert werden.

Die Möglichkeit, jederzeit eine ausgiebige Lüftung vornehmen zu können, illfür den werthvollen Inhalt der Archive von Belang, wefshalb die Nähe von Fabrik-anlagen mit Rufs und Staub vermieden werden follte, zumal ein Ort, abfeits vomGeräufch des gefchäftlichen Lebens, die Schaffensfreudigkeit der Beamten undArchivbenutzer nur erhöhen kann.

Das Hauptgebäude follte, wenn möglich, in der Mitte des mit Gartenanlagenverfehenen Grundflückes errichtet und DienftWohnungen für Beamte und Auffehergetrennt vom eigentlichen Archiv angelegt werden.

Möglichft gleichmäfsige Licht- und Wärmezufuhr laffen es wünfehenswertherfcheinen, die Hauptfeite des Gebäudes nach Süden zu richten. Eine Schutz-mauer, nach der 1 fauptftrafse vielleicht auch ein Gitter, foll das ganze Anwefenumfchliefsen, und die Wohnräume des Auffehers, fo fern lie in einem befonderenGebäude untergebracht werden konnten, follen fo gelegen fein, dafs der Eingangzum Archivhaus von dort leicht überfehen werden kann,s- Die in der Neuzeit entftandenen Archivgebäude zeigen im Allgemeinen, mehr

Erforderniuc.

'') Siehe: LÖHRR, F. v. Von ruffifchen Archiven, insbefondere dem Moskauer Hauptarchiv des Miniftcrhims dosAeufsercn. Archival. Zeitfchr., Bd. s, S. 56.

1«) Sieh.-: Beil. zur All-, Zt,q. ,887, Nr. 33a.