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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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der Meister schafft zu viel und zu rasch, und wenn manihn in Rücksicht darauf spöttischer Weise den deutschenGustav Dore genannt hat, so ist das freilich ein besseresCompliment für Dore, wie für Kaulbach, aber leider nichtohne Grund.

Dass Richard Wagner, wie in allen Münchener Kreisen,auch in den Kunstkreisen spukt, werden meine Leser schonaus den Titeln einiger der eben erwähnten Kaulbach'schenCompositionen erkannt haben; die Wagner'schen Opernhaben aber noch zu andern und ziemlich seltsamen künst-lerischen Leistungen den unverkennbaren Anlass gegeben.Es sind dies vier cyklische Darstellungen, sehr sorgfältigausgeführte, grosse Aquarelle von E. Ille in München,nämlich „Lohengrin", „Tannhäuser", die „Niflunga Saga"und „Hans Sachs und Nürnberg's Blüthezeit". Eigenthüm-lich componirt erscheint in diesen Darstellungen Bild imBilde, Bauwerk, Ornament und Schrift, die Hauptmomentebegleitend, umgebend und vervollständigend. Diese Dar-stellungen sollen zugleich ein Bild der Cultur der betreffen-den Gesichtsperiode geben und sind annäherungsweise sogarin dem Kunststyle der dargestellten Epoche gehalten; es istsehr viel Phantasie und viel Studium daran — ich hättebeinahe gesagt verschwendet: ein urechtes Product deutscherliterarisch-malerischer romantischer Kunst. In gleichercyklischer Weise, doch viel einfacher und geradezu etwasnüchtern haben H. und A. Spiess in München „Tristan undIsolde" und den „fliegenden Holländer" behandelt, ebenfallsin sehr sorgfältiger und sauberer Ausführung in Aquarell.Auf festerem Boden wie diese phantastischen Geschichtenstehen A. v. Ramberg's vier Bilder aus Goethe's „Hermannund Dorothea", sie sind Grau in Grau gemalt Behufs photo-graphischer Nachbildung. Es sind die besten von allenmir bekannten Illustrationen zu diesem oft illustrirten Ge-dichte, die Personen sind vortrefflich charakterisirt undentsprechen der Schilderung des Dichters vollkommen;ganz besonders gelungen ist das erste Bild, welches uns