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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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Viertes Kapitel.Friedrich Overbeck und die Heiligenmaler.

Die Deutschen sind zu allen Zeiten ein frommes Volkgewesen; eine eigene Sehnsucht, wie das Heimweh, hatsie immer über die Erde und das irdische Dasein hinaus-gezogen, dass Verhältniss des Menschen zu Gott und dasWesen der Gottheit ist zu allen Zeiten der Gegenstandunserer innigsten Gefühle und unserer tiefinnigsten Ge-danken gewesen. Wenn die ganze Welt in Materialismuszu versinken drohte, so waren es immer deutsche Männer,welche die Rolle des mahnenden Gewissens übernahmenund auf das Ueberirdische und Uebersinnliche hinwiesen.

Die Rückkehr zur Religiosität, man kann wohl sagen:zum Christenthum, welche in den ersten fünfzig Jahrendieses Jahrhunderts überall statt fand, ist grossentheils vonDeutschland aus angeregt worden, und bei den Deutschenhat wunderbarer Weise hauptsächlich Poesie und bildendeKunst das Apostel- und Predigeramt übernommen.

. Die romantischen Dichter hatten mit den mittelalter-lichen Traditionen das Christenthum so zu sagen mit inden Kauf genommen; es gehört einmal wesentlich dazu.

Die Reste und Trümmer gothischer Kirchenbauten,geheimnissvoller und anziehender in ihrer Verwahrlosungund in ihrem Verfall, die Legenden und Sagen, welchesich daran knüpften, gaben der Dichtkunst eine ganze Weltvon neuen Stoffen, deren sie sich mit Eifer' und Begeisterung-