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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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Drittes Kapitel.Eduard von Steinte,

Das ausschliessliche Studium der Zeichnung, welchemsich die Schüler und Nachfolger der cornelianischen Schulewidmeten, hat ein gewisses Virtuosenthum in diesem Theileder Kunst hervorgebracht, das wie alles Virtuosenthum, oftdas Mittel über dem Zweck zur Geltung bringt; manfindet bei den Virtuosen der Zeichnung gerade wie beiVirtuosen des Colorits, gar häufig Gegenstände dargestellt,welche ihren eigentlichen Werth nur durch diese virtuoseDarstellung erlangen; anderseits gefallen sich die Meister,im Bewusstsein ihrer Herrschaft über das Darstellungs-mittel, manchmal darin, Ungewöhnliches, Sonderbares dar-zustellen, und die Grenze zwischen dem Poetisch-Genialenund solchem, was man beinahe abgeschmackt und bizarrnennen möchte, ist fein.

Wir sehen in einigen Werken von Genelli den Ueber-muth des virtuosen Zeichners selbst über die Grenzen desSchönen und bis an den Rand des ästhetisch Erlaubtenstreifen; wir sehen in einzelnen Werken von Schwind dieLaune und Willkür schrankenlos walten, und der Künstlerscheint manchmal in einzelnen Figuren ironisch mit seinemeigenen Werke zu spassen. Die Richtung auf das Geist-reiche, nicht gebunden durch die Bedingungen materiell-wahrer Erscheinung, bringt Darstellungen hervor, welche,wenn man dabei an Lessing's Principien denken wollte.

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