Zweites Kapitel.
Die Nachfolger von Cornelius:
Schinkel, Schwanthaler, W. von Kaulbach,
M. von Schwind, Eugen Neureuther und
Bonaventura Genelli.
Ich sagte schon, dass Cornelius als Vorbild für einengrossen Theil der gleichzeitigen und folgenden Künstlerbestimmend gewesen ist, vornehmlich aber für die älteremünchener Schule, welche eigentlich durch seine dortigeThätigkeit ganz neu entstand; die Düsseldorfer Schule,,welcher er nur ganz kurze Zeit vorstand, folgte bald an-deren Mustern.
Nachdem die Kunst einmal, sich von der formellenRichtung abwendend, den geistigen Inhalt vor Allem alsZweck ihrer Darstellungen in's Auge gefasst, konnte esnicht fehlen, dass der ganze Umfang der Ideen, welche denMenschengeist beschäftigen, allmählich zu künstlerischerDarstellung herangezogen wurde: es entstand eine geist-reiche, eine dichtende und philosophirende Kunst.
Die Maler und Bildner waren Dichter und kümmertensich oft nicht darum, ob ihre Dichtung auch mit den Mittelnihrer Kunst wirklich zur Erscheinung gelangen könnte;sie vergassen oft zu sehr über den Inhalt die Form undihre Bedingungen und die natürlichen Grenzen der Kunst-gebiete.