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Wiener Schule hat übrigens eine ganze Reihe von tüch-tigen Landschaftsmalern aufzuweisen, deren Mehrzahl sichjedoch, wie das überhaupt den Künstlern dieser Schule ge-meinsam zu sein scheint, auf einer gewissen ruhigen Höheder Meisterschaft hält, ohne den vielfachen neuesten Ver-suchen der anderen Schulen zu folgen. Einige strebenallerdings nach den starken Farbeneffecten, zu welchen un-sere heutigen Künstler sich einer den andern steigern, aberdoch nicht in der ausschliesslichen Weise, wie sie bei denmeisten Berlinern und theilweise auch bei den Münchnernund Düsseldorfern herrscht. In solcher coloristischer Weisezeichnet sich ein Bild von Joseph Brunner aus, „Roth-föhren", wo die charakteristische Farbe dieser Bäume undweisse Felsen und dunkle Luft zu einem starkwirkendenEffect verwandt sind, dann eine „Herbstlandschaft" von A.Schaff er, ein schönes Bild von kräftiger Wirkung; fernerzwei kleinere Bilder von Karl Schwenninger, „Sommerland-schaft" und „an der Donau", in welchen fast derselbe Far-bencontrast, nur umgekehrt, erscheint, in dem einen dunkel-blaugraue Gewitterwolken im Gegensatze mit einem gelbenKornfelde, im anderen gelbgoldene Abendwolken mit demDunkelblaugrün des beschatteten Thaies; ferner „nach Son-nenuntergang" von G. Ranzoni von überstarkem Contrasteder Abendgluth des Himmels gegen die dunkle Erde, undein grösseres Bild von A. Hlavacek „aus dem Odenwalde",in welchem ein grosser Effect durch den Gegensatz derstärksten, fast grellen Localtöne erzielt ist. Am weitestenin dieser Richtung geht eine „Waldlandschaft aus derRamsau" von E. Jettel, welcher der Paris-Berliner Schuleangehören könnte, sowohl der realistischen Auffassung desGegenstandes, als der Behandlung nach, die lediglich aufdie Farbenwirkung bedacht ist. Diese ist denn auch schön.Von R. Russ nenne ich ein sehr schönes Waldbild,ein Motiv aus dem Innern eines alten, dichten Tannen-waldes, fein und charakteristisch gezeichnet und von schö-ner natürlicher Farbe und Wirkung. Schön componirt und