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Werth behalten, aber Führich sowohl wie Kaulbach gehörendoch schon einer früheren Kunst-Epoche an und habenbereits in der Geschichte der deutschen Kunst einen festenPlatz und einen sehr hohen Rang eingenommen. JosephFührich in Wien (er ist in Böhmen 1800 geboren) ist inweiteren Kreisen des Publicums nicht so bekannt, wie einso bedeutender Meister es sein sollte; denn er gehört zuden grössten Meistern auf dem Gebiete der religiösen Kunst.Ich stehe nicht an, ihn gleich neben Cornelius und Over-beck als den Dritten zu nennen. Ich gebe ihm die dritteStelle, denn er hat nicht des Cornelius' Gewalt, noch Over-beck's zarte Innigkeit und verklärte Schönheit; er ist einmalender Dichter, wie jene, aber nicht immer fliesst ihmder Born der Poesie so klar; er ist dazu vielleicht ein zuspecifisch katholischer Künstler, denn er ist dieses mehr,wie jene grossen Meister. Führich hat neben einer ge-wissen Naivetät, die seinen Darstellungen oft eine genre-artige Natürlichkeit und eine grosse Anmuth verleiht, eineNeigung zu einer abstrusen Symbolik, die oft über dieGrenzen des Schönen, ja, des Darstellbaren hinausführt, undman findet in seinen Werken neben dem Erfreulichsten dasUngeniessbarste, oft kaum Verständliche. Als Zeichner hatFührich noch Anklänge an die alte akademische Schule,die sich in Wien am längsten erhalten hat; er zeichnetrichtiger, wie Cornelius, weniger ideal in den Formen, abercharakteristischer, wie Overbeck; seine Compositionen sindimmer vollkommen harmonisch, von der schönsten, durch-dachtesten Form, und, wo er sich auf dem Boden der Wirk-lichkeit bewegt, von der überzeugendsten Wahrscheinlich-keit. Seine erfreulichsten Bilder sind recht eigentlichStimmungsbilder idyllischen Charakters, in welchen dennauch die Landschaft, welche Führich im edelsten Style zubehandeln versteht, bedeutend mitwirkt. Als Maler gehörtFührich zu den Meistern der romantischen Schule „die nichtmalen können", seine Gemälde sind nur colorirte Zeich-nungen, und wo er wirklich malerische Wirkung erstrebt,