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mehr ausschliesslich in der Erhabenheit des poetischen Ge-dankens, in der Auffindung und Vollendung einer idealenForm für denselben, die äussere Erscheinung des Werkesbeschäftigt sie zumeist, die Farbe, die Wirkung, die Wieder-gabe des natürlichen Gegenstandes; man sucht nicht mehrnach einer allgemeinen Schönheit, man sucht das Schöneim Charakteristischen, im individuell Wahren, und nicht nurdie Maler, auch die Bildhauer haben diesen Weg mehroder minder eingeschlagen. Wie das Publicum von damalsnur wenig Antheil an idealer Poesie nahm, so auch dieneueren Künstler; der Künstler liest nicht mehr wie Goethe'sMaler, „den heiligen Homer" als Andachtsbuch; sehr wenigenur noch beschäftigen sich mit den grossen epischen Dich-tungen, es ist durchaus nicht mehr erforderlich, wie früher,die Nibelungen- und den Parcival, den Dante, den Tassound Ariosto zu kennen, auch für den Historienmaler nicht;auch die Bibel ist nicht mehr die reiche Fundgrube, welchesie war, und Sage und Legende ebenfalls nicht. Die kirch-lichen Künstler selbst, die recht eigentlich legitimen Nach-kömmlinge der Romantiker, haben ihre schwärmerischträumende Gefühlsfrömmigkeit aufgegeben oder verlorenund ergehen sich in unmöglichen Verkörperungen abstruserkirchlicher Ideen, worin der Verstand mehr als das Gefühlmit Symbolen spielt, oder bequemer, in Nachahmungen derVorstellungen und Formen vergangener dunkler Jahr-hunderte. Die Geschichtsmaler bestreben sich nicht mehr,die Thaten vergangener Jahre in künstlerisch gebundenerForm darzustellen, sie wollen die Begebenheiten möglichstso wiedergeben, wie sie wirklich vorgegangen sind, womöglich portraitmässig wahr, in Personen, Gebräuchen,Costumen und Localen. Wie auf allen anderen Gebietenmenschlichen Denkens und Schaffens hat man sich auchauf dem Gebiete der Kunst vom Idealen zum Realengewandt.
Dass dieses durchaus ein Fortschritt sei, will ich gewissnicht behaupten, es mag sogar ein Weg zum Rückschritte