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in der strengeren, alterthümlichen Richtung lieferten Lud-wig Schmidt und Peter Grass in Köln.
Kenner und Kritiker stehen über diese Kunst, derenWiederbelebung ebenfalls eine Errungenschaft unserer neuendeutschen Kunstentwicklung ist, auf zwei getrennten Stand-punkten; die einen möchten die wiedererlangte Technik auchim Sinne modernen Kunstbewusstseins angewandt sehen, dieandern wollen sie auf dem Standpunct des Alten festbannen.
Nun blühte aber die Glasmalerei in einer Periode, inwelcher das allgemeine Kunstbewusstsein auf einer niedrigenStufe stand, am schönsten; mit dem Verschwinden derGothik, mit dem Eintritt der Renaissance und dem Auf-blühen der Malerei und der zeichnenden Künste überhaupt,verliert die Glasmalerei sehr bald ihren Charakter und ver-schwindet allmählich.
Sollen wir nun deshalb, weil die Technik dieses Fachesin die Zeit einer kindlichen Kunst fällt, um sie charak-teristisch zu verwenden, auch die unvollkommenen Formendieser kindlichen Kunst wieder annehmen und Dinge schaffen,welche unserem Bewusstsein fern liegen, und uns, trotzalledem und alledem, und trotz aller Schwärmerei der Leute,welche im „Umkehren" das Heil suchen, nicht gefallen nochanregen? Wenn die malerische Darstellung in naturalisti-schem Sinne in der That nicht die richtige Form ist, worindie Fenstermalerei charakteristisch und zweckentsprechenderscheint, so wird die fortgesetzte Uebung wohl auch imFortschreiten einen entsprechenden, unserem Bewusstseinangemessenerem Styl dafür wiederfinden, wie ja die Technikauch durch fortgesetzte Uebung wiedergefunden wurde.
Mit dem Nachahmen wird niemals in der Kunst etwasBedeutendes gefördert, und ganz besonders nicht mit demNachahmen von barbarischen Werken verschollener Zeiten;wie man seiner Zeit an „getreuen Copieen alter Glasgemäldeaus dem Museum in Berlin", Zeit und Geld verschwendenkonnte, ist mir unbegreiflich.