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gebilde erscheinen. Rottmann ist vielleicht nicht dervollendetste der neueren Meister der Landschaft, gewissaber einer der genialsten und eigenthümlichsten.
Mehr Naturalist als Rottmann ist Albert Zimmermann(München) in einigen seiner Bilder, in anderen mehr Stylist.In zwei Richtungen gleich befähigt, sehen wir ihn baldrein formelle Bilder schaffen, die, häufig Anklänge an ältereSchulen verrathen, besonders im Ton an venetianischeMeister erinnern; bald ganz naturalistische Darstellungensehr individueller Gegenstände. Farbe und Behandlungdieser Bilder ist höchst verschieden: bald sind sie einigerMaassen hart und trocken, schwärzlich und ohne Reiz,bald auch von äusserster Eleganz und von grossem Schmelz,besonders in neueren kleinen Bildern des Künstlers. Inungewöhnlich grosser Dimension, so wie in miniaturartigkleinen Bildchen zeigt der Künstler aber zumeist einehöchst freie meisterhafte Behandlung, die nur in den grossenWerken manchmal ein wenig an Dekorationsmalerei streift.
Unter seinen Bildern ist besonders ein „Sonnenunter-gang im Gebirge" zu rühmen; ein grosses Bild, vortrefflichcomponirt, worin die Linienführung von grosser Schönheitist. Der glänzende Effect der sinkenden Sonne ist mitgrosser Kühnheit und sehr originell gegeben, es strahltund blitzt daher mit eigenthümlicher Schärfe, es ist abermit diesem Effect wie mit ähnlichen in Rottmann's Sonnen-bildern; weniger Glanz wäre vielleicht angenehmer; einSonnenuntergang von Claude Lorrain, obgleich wenigerstrahlend und scharf, wirkt dennoch angenehmer, als dieseBlitz-Effecte der Neueren. Ein zweites grosses Bild zeigteinen „Wasserfall im Berner Oberlande bei Sturmwetter".Das Bild ist für seine Grösse fast zu einfach als Gegen-stand, fast nur Vordergrund und beinahe wie eine Studie,jedoch höchst verständig und künstlerisch componirt. DieFarbe ist, wie dies auch bei dem zuvor genannten Bildeeiniger Maassen der Fall ist, etwas schwer und trocken,wie eine dunkle Fresco-Malerei; eben so erscheint „Der