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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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seine Compositionen immer ganz natürlich und wie derindividuellen Erscheinung nachgebildet, diese natürlicheErscheinung aber ist immer wunderbar grossartig undschön. Seine Zeichnung, welche die grösste Feinheit undSchönheit zeigt, überschreitet nie das Maass des durchausWahrscheinlichen, ohne sich ängstlich an die zufällige Er-scheinung, ja, selbst an die Richtigkeit zu binden; sie weissaber immer zu überzeugen. In der Farbe ist der Meisterhöchst originell und genial, weniger aber überzeugend.Gewaltige Farben und Licht-Effecte, mit dem grösstenAufwand aller Mittel dargestellt, machen alle seine späterenWerke sehr auffallend; übergewaltige Farben-Contrasteerscheinen sehr absichtlich, oft zu sehr. Die Haltung istkünstlich auf den Effect berechnet, aber nicht natürlich;fast immer sind die Vordergründe so untergeordnet, dassman sie kaum mehr bemerkt, und die Details sind sonder-barer, aber sehr bewusster Weise in den nächsten Gegen-ständen oft am meisten vernachlässigt.

Die älteren Bilder, wozu auch die Frescen unter denArcaden des Hofgartens gehören, zeigen im Gegentheileinen sehr bescheidenen Ton, sie sind grau und farblos,und es scheint, als sei der Meister erst allmählich zu derAusbildung seines Colorits gelangt, welches in seinen letztenWerken so auffallend glänzend erscheint.

Man kann Rottmann's Bilder mit keinen anderen ver-gleichen , sie haben ein ganz eigentümliches Gepräge.Der Meister ist eben so wenig ganz Idealist als auchNaturalist; wenn man seine Weise mit der von Koch ver-gleicht, so erscheint er als Naturalist; vergleicht man siemit der eines Andreas Achenbach und anderer neuerMeister, so erscheint er als Idealist. Weniger formell alsKoch und die Stylisten seiner Art erscheinen Rottmann'sCompositionen fast naiv und als wären sie blosse Natur-nachbildungen; würde man sie aber mit den Gegenständenselbst, welche sie darstellen, vergleichen, so würden sie inhohem Grade stylisirt und veredelt, fast wie freie Phantasie-

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