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zeigen sich die Bildnisse von Carl Rahl und die seinerNachahmer. Rahl's Werke sind sehr verschieden; währendes diesem bedeutenden Künstler manchmal gelingt, allePoesie des Lichtes und der Farbe zu entfalten und Köpfezu malen, die an Titian oder Giorgione erinnern, geschiehtes auch wohl einmal, dass es ihm nicht gelingt, und dannfreilich fehlt den Bildern ausser der Farbe noch vielesAnderes; es ist dann nicht das naiv naturalistische Portraitunserer damaligen neuesten Kunst, noch auch das stylisirteder älteren Schulen.
Gustav Gaul, welcher Rahl folgt und ihn nachahmt,bestrebt sich bei seinen Bildnissen, die dargestellten Per-sonen durch phantastisches Costume, seltsamen Ausdruckund wunderliches Arrangement aus der gemeinen Wirk-lichkeit hinaus, aber leider nicht in ideale Sphären zu er-heben. ' Die verschiedenen Portraits, einzelne und Gruppen,scheinen alle Menschen aus uns ganz fremden, fabelhaftenKreisen einer unbekannten Gesellschaft darzustellen, etwawie uns zu Zeiten wohl einzelne von Thespis-Karren ab-gestiegene Individuen begegnen, welche von dem holperigenLebenswege des idealeren Menschen zeitweise auf die ge-ebnete Bahn des Philisters herüberstreichen.
Ob es etwa Ironie war, einen höchst gemüthlichenWiener und schönen Mann über Lebensgrösse in eine Artvon Seeräuber aus der Oper travestirt zu malen, weiss ichnicht. Was aber diese Bildnisse in gutem Sinne auszeichnet,ist die Farbe, welche an Veronese's Weise erinnernd, vonausserordentlicher Kraft und Klarheit ist.
Als tüchtigen Portraitmaler habe ich hier noch zunennen Ludwig Neustätter in Wien, dessen Bildnisse sichbesonders durch schöne Farbe auszeichnen, sodann G. Deckerund Gustav Müller in Wien.
Gleichfalls mit vorherrschender Bedeutung des Coloritserscheinen die Bildnisse von Johannes Niessen in Weimar,welche die widersprechendste Beurtheilung erfahren haben.In der That weicht, wie in allen Werken des Künstlers,