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alle mit den Augen älterer Künstler angesehen und auf-gefasst; bald sind es Anklänge an die Venetianer und baldan van Dyk, und von der darzustellenden Natur bleibt nurso viel, als durch die vorgefasste Absicht, wie Dieser oderJener zu malen, wie durch ein Medium, welches sichzwischen den Künstler und seinen Gegenstand stellt, durch-scheinen kann.
Zu den Coloristen der Wiener Schule ist auch dersehr talentvolle Canon in erster Reihe zu zählen, dessenfarbenprächtige, wirkungsvolle, schön behandelte Bilderbald an diesen, bald an jenen alten Meister direct erinnern.
Vier Mädchenköpfe in einem Bilde, von Gustav Gaulin Wien, einem Jünger der vorerwähnten Schule, sehendurchaus wie ein Bild von späterer venetianischer Schuleaus. Wenn diese Künstler darauf ausgingen, ihre Werkefür alte Bilder auszugeben, sie würden manchen Gläubigenfinden, und ich möchte nicht dafür einstehen, dass nichtunter Umständen gelehrte Kenner für die Echtheit der-selben grosse und weitläufige Beweise finden würden; unddoch, wie viel fehlt diesen Werken, wenn man sie mit denMustern vergleicht, denen sie nachgeahmt sind! ZwischenOriginal und Copie ist eine grosse Kluft!
Johannes Niessen geht gleichfalls den Weg der Nach-ahmung; auch bei ihm ist es Titian, und die Venetianersind ihm die Summe und Gipfel der Kunst und das nach-zubildende Muster; aber er verfolgt seinen Weg mit einigerOriginalität, seine Nachahmung ist nicht ganz treu, diePersönlichkeit des Künstlers macht sich nebenher geltend— freilich nicht in sehr vortheilhafter Weise, denn wasnicht Reminiscenz in diesen Bildern ist, ist phantastisch,wunderlich und unklar gedacht und oft recht unvollkommenund kümmerlich gemacht.
Um ein Bild von Kachel in Karlsruhe, „Minne" be-titelt, zu charakterisiren, muss ich für solche meiner Leserdie mit der neueren französischen Kunstwelt nicht vertrautsind, vorausschicken, dass sich in dieser seiner Zeit eine