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Richtung entwickelt hat, welche altdeutsche Darstellungs-weise zum Muster genommen hat, ungefähr wie in Englanddie Prärafaeliten, nur nicht ganz so excentrisch und über-trieben.
Der als feiner Colorist mit Recht berühmte Leys vonAntwerpen fand eines Tages, dass er seiner rembrandt-ähnlichen Malweise müde war, und versuchte eine Weise,die etwa zwischen Gehard Dow und Holbein mitten inneliegt. Den Parisern gefiel das neue Muster, und sie ahmtenes nach, Holbein wurde Mode und ä la francaise appretirt.Weil nun aber alles Gute von Frankreich kommt, so hatHerr Kachel diesen französischen Holbein studirt und so-dann sein Bild „Minne" gemalt. Das Bild ist weder ohneGeschick gemacht, noch ohne Gefühl, und mit grossemFleiss ausgeführt; schade, dass es so aller Naivetät undNatur entbehrt und ganz und gar entlehnt ist!
Eine Kunstrichtung, wie die in den letzt geschildertenBildern ist, scheint mir eine bedauerliche. Wer nichts zusagen hat, sollte nicht reden, wer keinen Dichterdrang imBusen fühlt, sollte nicht dichten wollen, wem nicht eineigenes Kunstideal vorschwebt, wozu sollte der bilden?Mit der Nachbildung gegebener Formen ist es nichtgethan.
Wir haben Perioden gehabt, wo es der Dichter höchstesZiel war, Verse zu machen wie Horaz und wo möglichbis zur Täuschung die alten Poeten zu imitiren. Wer liestihre Werke? Es hat im vorigen Jahrhundert Maler gegeben,die in allen Manieren bis zur Täuschung des Kennersmalen konnten, die nach Wunsch einen Rembrandt, einenRubens, einen Wouvermann oder Dow lieferten, nur nichtsaus sich selbst. Wer sieht nach ihren Bildern? Wer sichnicht täuschen lässt, sagt höchstens mit zweideutigem Lobe:das muss ein recht geschickter Mann gewesen sein. Ichglaube jedoch, dass die eben geschilderte Richtung nichtallgemein in der deutschen Kunst werden kann noch wird;das deutsche Wesen, vom Innern auszugehen, von der