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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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entsteht das Streben, wenigstens immer Neues zu schaffen,da selbst das Beste, wiederholt, ermüdet und überhauptnicht mit Absicht und bestimmtem Willen gemacht wird,sondern halb zufällig durch Gunst der Umstände entsteht.Die wunderlichste Erscheinung unter diesen Bestrebungennach dem Neuen ist wohl die, dass man Neues durch Nach-ahmung des Alten hervorzubringen sucht und gewisserMaassen Urgrossvaters Moden wieder annimmt.

Einmal schon zeigte die Kunstgeschichte eine solcheAusgeburt falscher und überbildeter Kunst; zu der RömerZeiten wurde im Style alter Meister vor Phidia's Zeit ge-arbeitet, die steifen ägyptischen Gebilde wurden nachgeahmt,kurz, es entstand eine archaistische Kunst, die besondersKaiser Hadrian als ein gelehrter Kunstkenner und Sammlerförderte. Am Beginn der sechziger Jahre und schon früher,spielt in der Malerei in kleinerem Maasse dieselbe Er-scheinung; wir haben Meister, deren höchstes Strebendahin geht, gerade so zu malen wie dieser oder jener alt-entlegene Meister gemalt hat.

Diese archaistische Kunst tritt besonders vorherrschendauf in der religiösen Malerei jener Tage.

Karl Rahl in Wien war ein geistreicher und talent-voller Künstler, dessen ganzes Bestreben dahin ging, dieVortrefflichkeit der titianischen Schule zu erreichen; ersucht dies durch eine ganz directe Nachahmung zu er-zwingen, und wenn es ihm glückt, denn dergleichen istimmer ein Kunststück, dann malt er fast eben so, wieTitian malte, wenn es ihm nicht recht glücken wollte.Dass bei einem solchen Streben von Naturwahrheit, vonAuffassung, von Charakter gar keine Rede sein kann, istersichtlich; die ganze Kunst wird nicht etwa bloss formell,sie wird rein decorativ in dem Sinne, dass sie bloss nocheinen gewissen Schein und Ton hervorzubringen sucht.Wenn ein solches Kunststreben unserer Zeit angemessenund mehr verbreitet wäre, so würden die akademischenEklektiker des vorigen Jahrhunderts, die in unserem so oft