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im flüchtigsten Momente fasst und fesselt, das höchsteInteresse erwecken. Was ich bei Waldmüller's Bildern alsdas grösste Verdienst hervorhob, verbindet sich hier miteiner meisterhaften Behandlung und schöner Farbe und mitden Reizen einer höchst ausgebildeten Technik.
„Der Schrannentag" von Zimmermann ist die Darstellungeiner sehr gewöhnlichen Begebenheit; reiche Bauern rechnenim Wirthshause mit Kornhändlern über verkauftes Getreideab, und trinken Champagner dazu, das ist alles, und alssolches wenig; aber wie das dargestellt ist, wie die Charakterenach ihrer Individualität und ihrem Standescharakter er-scheinen, macht die Scene zu einer immer auf's neueanziehenden. Der jüdische Händler oder Mäkler, der dicke,behäbige, geschäftsstrenge Kornhändler, die Bauern undihre Weiber, Mägde und Knechte, Kinder, die Markthelferund alle bei solcher Begebenheit erscheinenden Personen,sind so sprechend und Jedes in seiner Weise so unverkenn-bar bestimmt erfasst und wiedergegeben, dass wir Jedeseigensten Charakter sofort erkennen. Das Ganze machteinen höchst heiteren Eindruck, ohne im Geringsten anabsichtliche Komik oder Carricatur zu streifen, ohne welchesonst unsere neueren und auch die älteren Genremalerähnliche Begebenheiten kaum darzustellen wissen.
In Benjamin Vautier's Bild „In einer Dorfkirche" istes neben der scharfen Charakteristik der Figuren, die vor-treffliche Behandlung, was uns anzieht; die Composition istan sich nicht bedeutend. Eine Ecke einer Kirche, worinauf mehreren Bänken Bauern singen, das ist der ganzeGegenstand, der fast wie ein Bruchstück und Theil einesgrösseren Ganzen erscheint; die Wahl und Zusammen-stellung aber der verschiedenen Charaktere und die Dar-stellung derselben bis in die feinsten Züge der Individualitätist vortrefflich. Dabei zeigt das Bild eine Meisterschaftder malerischen Behandlung, die höchste Vollendung mitden einfachsten Mitteln, welche volle Bewunderung verdient.
Unter seinen Werken aus der Zeit von vor 1861 ist