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die höchste Bewunderung aller Kunstverwandten; ohneweitere höhere Bedeutung, ohne Interesse, als persönlicheErscheinung, ohne jede Anmuth der Form, die schlichteste,einfachste, alltäglichste Natur, ist diese meisterhafte Nach-bildung derselben genügend, um unsere unnachlassendeBewunderung zu erregen und uns immer wieder auf's Neueanzuziehen; ich wüsste nur ein gleich vortreffliches Werkähnlicher Art, welches, wohl auch durch den Gegenstand,noch anziehender wäre; es ist eine Portraitstudie nacheinem römischen Bettler von Knaus. Dass ein Maler vonder ausgezeichneten Meisterschaft und einer so feinen Be-obachtungsgabe, wie Knaus sie besitzt, vortreffliche Portraitsmalt, ist .nicht zu verwundern, zu bewundern aber sind diebeiden Portraits, ein kleineres in ganzer Figur des bekann-ten Kunstsammlers Herrn Ravene in Berlin (litographirtvon Fackert) und das lebensgrosse in halber Figur desMalers Fay in Düsseldorf.
Ich wende mich von diesen Werken eines ganz unge-wöhnlichen Talentes, zu solchen, welche in schlichterer,nicht so überwiegend genialer und virtuoser Weise, wennauch nicht mit weniger wirklich künstlerischem Verdienst,bewunderungswürdige Beispiele von feinster Beobachtungund charakteristischer Darstellung gebracht haben, undhabe hier vor allen zwei Künstler zu nennen, einen welcherder Düsseldorfer, den anderen welcher der MünchenerSchule angehört, Benjamin Vautier und Reinhard SebastianZimmermann.
Beide zeichnen sich in gleicher Weise aus, nämlichdurch eine feine Charakteristik der individuellen Menschenund ihrer Gemüthsstimmungen, was um so mehr zu be-wundern ist, als die gewählten Gegenstände an sich höchstunbedeutend, die Situationen keineswegs durch besondereLebhaftigkeit auffallen und eben nur ganz gewöhnlicheVorgänge aus dem gewöhnlichen Leben geschildert werden,welche aber durch die äusserst feine Beobachtung und eineDarstellung, welche die feinsten Regungen und Bewegungen