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einzelnen Schulen gemeinsam ist und ihre Werke in einegewisse Verwandtschaft bringt.
Letzteres zeigt sich in der Zeit von 1850—1860 be-sonders bei der Düsseldorfer Schule, weniger bei der Mün-chener. Die neuere Wiener Künstlerschaft, denn eine Schulein diesem Sinne ist sie kaum zu nennen, ist sehr verschiedenund steht hier und da unter dem Einfluss Belgischer Kunst-weise, besonders in Bezug auf das Colorit; die BerlinerKünstler, noch verschiedener unter sich, folgen in derselbenZeit ganz und gar Pariser Mode, ich gebrauche das Wortabsichtlich, und zersplittern ihre ungemeinen Talente inVersuchen technischer Kunststücke, worunter der Geist derDarstellung häufig auf Null herabsinkt; dass bei diesemBestreben auch Beispiele von ungemeiner Bravour hervor-treten, dass in der Farbe und Behandlung Erstaunlichesgeleistet wird und einige Berliner Künstler den ersten Rangunter allen einnehmen, ist nicht zu läugnen. Die Tendenzdieser Schule, wenn man sie so nennen kann, ist aber den-noch für unsere Kunst nicht förderlich.
In den kleineren, weniger bedeutenden Schulen, wozuwir in neuerer Zeit auch Dresden zählen müssen, äussertsich kaum eine bestimmte Richtung, weder in der Auf-fassung, noch in der Behandlung, obgleich überall sichguter Wille und treue Anstrengungen bewähren. Karls-ruhe scheint Düsseldorfs Vorbild zu folgen, die neue Wei-marer Schule hat sich bisher mehr idealem und historischemGebiet und ausserdem der Landschaft zugewandt, und vonden vereinzelten Künstlern, welche an einzelnen Orten un-seres Vaterlandes wirken, geht meistens jeder seinen eigenenWeg; wenige derselben schaffen Bedeutendes.
Aber n noch anderer Weise unterscheiden und charak-terisiren sich unsere Genremaler; die Einen, die bedeuten-deren, streben nach charakteristischer Darstellung des indi-viduellen Lebens und Treibens, der Persönlichkeiten, ihrerLeidenschaften und Affecte, sie greifen in's Leben, welchessich um sie her zeigt, und erfassen es von innen heraus.