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Vor einem Bilde, wie dieses ist, sollten die neuerenRealisten in der Malerei ihre Theorieen demonstriren undihre Werke prüfen; ich fürchte sehr, der höchst naiveMaler des Bildes würde ihnen allen noch zu rathen auf-geben. Es ist ein Portraitbild, aber welch ein Portraitbild!Hunderte von Personen sind auf einem weiten Räume indichten Gruppen geschaart, und fast jede, in nächster Nähewie in weitester Ferne, ist nicht nur eine charakteristischeErscheinung, sondern ein Portrait vom Wirbel bis zur Fuss-spitze, und nicht etwa bloss ein äusserlich ähnliches Portrait.Die ganze Persönlichkeit spricht sich aus, so bestimmt undcharakteristisch, dass wir die seitdem gealterten und ver-änderten Personen in dieser jüngeren Erscheinung soforterkennen. Es ist ganz und gar die Treue eines photo-graphischen Bildes, es ist auch ganz der Charakter einessolchen Bildes, den der Künstler erstrebt und erreicht hat;dabei aber besitzt sein Werk eine Lebendigkeit, eine Frei-heit der Bewegung in allen Figuren, welche die spätererfundene Maschinenkunst wohl noch nicht erreicht hat undkaum erreichen wird. Nicht genug ist es zu bewundern,wie in diesem Bilde die unsägliche Menge des Details ineine ruhige Haltung gebracht ist, und wie die schärfsteAusführung des Einzelnen sich immer der Gesammtwirkungunterordnet. Die Behandlung der Malerei in diesem Bildeist ganz eigenthümlich naiv; ohne irgend eine Absichtlich-keit folgt sie dem Gegenstande mit der grössten Freiheitund Sicherheit, und so ist auch die Farbe des Bildes un-scheinbar naturgetreu, so dass man eben gar nicht daraufaufmerksam gemacht wird und die wirklich grossen tech-nischen Schwierigkeiten der Darstellung nicht bemerkt.
Wilh. Camphausen in Düsseldorf, ein vielseitig gewandterKünstler, hat sich vielfach in Darstellungen der Schlachtenund Helden des siebenjährigen Krieges ausgezeichnet. Einvortreffliches Bild von ihm ist „Friedrich II. und das Dra-goner-Regiment Bayreuth nach der Schlacht bei Hohen-friedberg". Der König lässt nach der gewonnenen Schlacht