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sehr charakteristisch, in der malerischen Darstellung sehreffectvoll, lässt das Bild dennoch eine feinere Durchbildungdes Einzelnen entbehren, selbst bei seinen grossen Dimen-sionen; in einem anderen Bilde des productiven Künstlers,„Die Erstürmung von Belgrad durch Kurfürst Max Emanuelvon Bayern", entbehren wir die Wahrscheinlichkeit in derDarstellung, welche uns nicht überzeugt. Es mag an derAnordnung des Bildes liegen, in welchem Gruppen überGruppen auf verschiedene Pläne über einander geordnetsind, ohne dass die Terrain-Verhältnisse, welche diese An-ordnung möglich machen, klar in's Auge fallen.
Adolf Eybel's „Grosser Kusfürst in der Schlacht vonFehrbellin" ist ein Reiterbild in grossen Dimensionen, ohnebesonderes Interesse, und von mangelhafter Zeichnung.W. Lindenschmidt und A. Vischer haben beide „Die Ge-fangennehmung Franz' des Ersten in der Schlacht bei Pavia"gemalt auf sehr verschiedene Weise, und wenn des einenKünstlers Phantasie sich einer unbändigen Wildheit hin-gegeben hat, so ist der andere dagegen etwas zu zahmgewesen in der Auffassung dieser Begebenheit. In Linden-schmidt's grossem Bilde sehen wir einen entsetzlichen Wuth-kampf, und es ist nicht wahrscheinlich, dass der König,barhäuptig über seinem gefallenen Pferde stehend und sichritterlich wehrend, diesem Ansturm von daherstürzendenLanzknechten lebendig entkommen würde. Trotz allerUebertreibung aber und trotz der Mängel dieses Werkesathmet es eine poetische Begeisterung, es erinnert an denTon der Lanzknecht-Lieder.
Ist in diesem Bilde der Kampf und das Gewühl etwasgar zu wild und gewaltsam, so geht es dagegen in demanderen doch wohl etwas gar zu fein ordentlich zu,wenn auch der Künstler die Uebergabe des Schwertes anden Grafen Lannoy, der es knieend vom Könige entgegen-nahm, ganz geschichtsgetreu dargestellt hat.
In den meisten Fällen war die deutsche Kunst aufdem Gebiet der Schlachten-Kriegsscenen bis zur Hälfte