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die Zeit von der Begebenheit abgestreift werden, übrig, alseine ganz gewöhnliche Rauferei nach Tische?
Wenn dergleichen nicht mit einer ganz besonderenhistorischen und physiognomischen Treue und Genauigkeitbehandelt, wenn Personen, Sitten und Costume nicht voll-kommen portraitmässig wahr dargestellt sind, denn dadurchallein können sie charakteristisch erscheinen, da man insolchen Sachen nicht erfinden kann, so erhält die Darstel-lung immer etwas Gemachtes und erscheint wie eine thea-tralische Scene.
Die Malerei des Bildes ist sorgfältig behandelt, aberwie die Composition ohne Interesse, ohne Reiz in der Farbewie in der Behandlung, gewiss nicht zu tadeln, wohl an-zuerkennen, aber es fehlt ihr die künstlerische Freiheit undOriginalität.
Wenn schon in diesem Bilde eine gewisse theatralischeDarstellung auffällt, so mehr noch in einem Bilde von KarlSchorn „Die gefangenen Wiedertäufer von Münster". Ganzuncharakteristisch in den Personen und in der ganzenSituation, macht dieses Bild durchaus den Eindruck einerOpernscene; es ist voll kleiner romantischer Episoden, wiesie nur ein moderner Romanschreiber in solchen Gegen-stand hineindichten kann, voll Beziehungen der Personenzu einander, wie sie nur moderne Leute auf diese Weisekund geben würden, kurz, es stellt uns Masken vor, statthistorischer Personen. Es ist unbegreiflich, wie dieses Bildseiner Zeit einen solchen Beifall finden und soviel Aufsehenerregen konnte, wie es gefunden und erregt hat.
„Der St. Johannisabend in Köln vor fünfhundert Jahren"von Gustav Spangenberg in Berlin ist ein Bild ohne eigent-lichen Inhalt; Frauen und Kinder werfen Blumen undKräuter in den Rhein, das ist Alles, ein blosses Costumbild.
Es herrscht eine trübe Stimmung darin vor, für welcheich keinen Grund zu finden wüsste, die Leute sehen soernst drein, schleichen so traurig daher, die Landschaft,oder vielmehr der Hintergrund ist so nebelig und grau, es