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so um so wilder in einem grossen Geschichtsbilde vonDr. Otto Heyden in Berlin, „Herzog Bogislav von Pommernauf seiner Wallfahrt im Kampf gegen die Türken bei Kan-dia 1497". Herzog Bogislav war ein sehr starker Herr,aber wenn es diesen Türken recht Ernst darum wäre, erkäme nicht lebendig davon, so gewaltig er auch um sichhaut. Die Farbe des Bildes ist kräftig und die Behandlungderb und energisch.
Ludw. Rosenfelder's „Betende am Grabe Heinrich's IV.in der ungeweihten Capelle der heiligen Afra in Speyer1106" ist ein Genrebild, welches ohne den Titel kein höheresInteresse erregen kann. Eine gewisse Gefühlspoesie, welchedem Künstler diese Composition eingegeben hat, würde sichin Worten vielleicht sehr ergreifend und bedeutend aus-sprechen lassen, man kann aber vor dem Bilde nur ahnen,was er uns sagen wollte. Die malerische Durchführung desBildes ist sehr zu loben.
Ein zweites grosses Bild von Rosenfelder stellt eineScene aus der Reformationsgeschichte vor. Bei einemGastmahl, welches der Herzog von Alba auf der Moriz-burg bei Dresden verschiedenen deutschen Fürsten gab —es war nach der Schlacht bei Mühlberg, wo der schmal-kaldische Bund geschlagen worden — wurde der LandgrafPhilipp von Hessen, trotz einem früheren Versprechen desKaisers, auf dessen Befehl gefangen genommen. Der an-wesende Kurfürst Joachim der Zweite von Brandenburgwar so empört über diese Behandlung seines Freundes, dasser gegen Alba das Schwert zog und nur mit Mühe undhauptsächlich durch seinen Marschall von Trott von Thät-lichkeiten abgehalten wurde.
Das ist der Gegenstand des Bildes, welcher, an sichnicht sehr interessant, in dieser Darstellung an Interessenicht gewonnen hat: die Darstellung ist, wie in vielen an-deren Bildern, nicht charakteristisch genug für eine Be-gebenheit, deren ganzer Werth ja nur in den handelndenPersonen liegt; was bleibt, wenn die Persönlichkeiten und