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wir einen gemeinen Söldner grinsenden Gesichtes, den ge-fundenen Abendmahlskelch und gottesdienstliches Geräthzum Bündel schnüren und sich anschicken, seinem mön-chischen Führer zu folgen ; andere aber sind schon amZechen auf Kosten des zu bekehrenden Hauswirthes.
Gemalt ist das Bild ganz vortrefflich; man erkenntfreilich sogleich die Weise des Meisters, dessen SchülerCzermak war, des Belgiers Gallait; doch kann man dieseMalerei keine directe Nachahmung nennen. Die Farbe istklar und kräftig, besonders das Fleisch der nackten Kindervortrefflich. Es ist eines der bestgemalten Bilder aus die-ser Zeit.
Weniger bedeutend sind Czermak's „Matrosen amSteuerruder". Eine Scene auf der Prager Brücke, worineine Berühmtheit czechischer Literatur und Poesie als Bettlererscheint, ist gleichfalls unbedeutend; dabei ist die Farbedes Bildes schwarz und trübe, was um so mehr auffällt, alsder Künstler sonst als ausgezeichneter Colorist glänzt. Rüh-mend zu erwähnen ist eines Bildes von Karl Swoboda inWien: „Kaiser Karl's V. nächtliche Fahrt über die Alpen",mehr noch eines anderen Werkes desselben Künstlers: „Jo-hanna von Castilien an der Leiche ihres Gemahls", es isteine schöne, tief empfundene, und in edler Form durch-geführte Composition. Ein drittes Bild des Künstlers, „DieVerkündigung des Todesurtheils an Kurfürst Johann Fried-rich von Sachsen" ist charakteristisch in der Darstellungder Personen und der Zeit, aber der Gegenstand der Dar-stellung ist nicht anziehend und entbehrt alles höherenInteresses.
Bie Geschichte von der heldenhaften Gräfin vonSchwarzburg, welche dem grimmigen Herzog Alba zu im-poniren wusste, ist von zwei Künstlern dargestellt und zwarin einem grossen Bilde von Heinr. Rüstige in Stuttgart undin einem kleineren von Joseph Munsch in München; Ru-stige's Darstellung hat einen etwas theatralischen Charakter,welcher fast allen Bildern dieses Künstlers eigen ist, ein-