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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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wonnen hatte, sich auf des Kerkers Boden ein albernesSchema mit Kreide zeichnen, um sich nochmals von derWahrheit seines Satzes zu überzeugen und jene Worteauszurufen?

Und sollen jene am Gitterfenster kauernden Mönchejene wiederstrebende Gewalt der kirchlichen Orthodoxiedarstellen?

Sind es nicht vielmehr ein paar Schulbuben, welcheden Professor verhöhnen? Und wie gesucht und kindischist es, dass der eine dieser Mönche einen aufgeschlagenenFolianten mit der Abbildung des ptolemäischen Welt-systems gegen die Gitter des Fensters lehnt. Aber solltenwir uns nicht genügen lassen an den Vorzügen des Werkes,welches nur wahre Poesie des Lichtes ausströmt? Warumdoch den Künstler mit weiteren Anforderungen behelligen?Er muss es uns verzeihen; wer sich auf den Stand-punkt des äussersten Realismus stellt, dessen Werk darfnicht nur äusserlich wahr sein; je mehr es dies ist, umso strenger werden unsere Ansprüche an die wirklicheinnere Wahrheit der dargestellten Geschichte, je natür-licher die Sprache, um so mehr fällt die theatralischePhrase auf.

Ein seltsames Werk dieser neuesten Schule der Rea-listen ist vielleicht ein Bild von E. Teschendorf, „Luther,auf seinem Gange zur Wormser Reichsversammlung, be-gegnet dem Ritter Frundsberg". In diesem Bilde ist einsolcher Fleiss auf die Stoffe verwandt, dass der Teppichauf der Treppe nicht nur für's Auge, sondern auch für dasGefühl ein wirklicher Teppich zu sein scheint; das lässtsich freilich mit viel Fleiss und Oelfarbe erreichen, aberleider halten sowohl der Luther, als der Frundsberg indem Bilde neben dem Teppich nicht Stich.

Ein ähnliches Streben nach grösster Wahrheit derNachbildung individueller Natur, wie in den Werken Pilo-ty's, zeigt sich in den neueren Werken des grössten Ge-schichtsmalers der Düsseldorfer Schule, nur verbindet