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Brande, oder nachher? Sie liegen auf noch glimmendenTrümmern, einige Steine und Schuttbrocken, ein ange-kohlter Balken liegen zum Theil auf ihnen, dennoch sindsie nicht verbrannt, sie scheinen auch nicht erschlagen zusein, einfach an einen Pfahl gebunden, liegen sie todt.Sind hier nicht zwei der Zeit nach getrennte Momentezusammengeworfen? Hat der Künstler sich gescheut dasGrässlichste darzustellen? Aber wenn man sich vornimmt,das Natürliche bis zur Illusion und Täuschung nachzubilden,so muss man es auch ganz und gar darstellen, die rea-listische Kunst darf keine Rücksicht nehmen auf das Aes-thetische, wer nur Wahrheit geben will, muss die ganzeWahrheit geben.
Die Ausführung des übergrossen Bildes ist ungemeinmeisterhaft, die Zeichnung ist zwar ohne höheren Styl, wiedas bei solcher Darstellungsweise selbstverständlich ist, aberdurchaus vollkommen, und überall höchst charakteristisch,die Farbe ist sehr wirkungsvoll, und die Lichtwirkung vor-trefflich.
Die Behandlung zeigt grosse Bravour, die Trümmer,Steine, Kalkschutt, Mosaikreste, verkohltes Holz, alles istbis zur Täuschung, bis zum Antasten wahr wiedergegeben.
Indessen tritt auch in der Ausführung dieselbe Ab-sichtlichkeit zu Tage, welche sich in der Composition zeigt;wir sollen die Geschicklichkeit des Künstlers bewundern;wir bewundern sie auch und würden sie noch mehr be-Avundern, träte sie etwas naiver auf.
Dieser Mangel an Naivetät und Unbefangenheit istaber leicht erklärlich; die Darstellungsweise des Künstlersist ihm nicht eigen, sie ist ein Product sehr virtuoser,geistreicher Nachahmung, aber immer Nachahmung; derMünchener Meister ist ein Schüler des Belgischen MeistersGallait, und einen besseren Schüler konnte Gallait niemalsbilden, als ihn.
Auch die Auffassung der Gegenstände und der Cha-raktere in Piloty's Bildern erinnert an die französisch-