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in Licht und Schatten mit grosser Sorgfalt gewahrt, undes entsteht ein Bild, fast wie die Photographie es dar-stellen würde.
Bewundernswürdig geschickt ist die technische Aus-führung, und es drängt uns unwillkürlich die Frage auf:wozu noch malen und in Farbe übersetzen, wenn schon dieblosse Zeichnung so viel leistet? Jeder Farbenton ist seinemWerth nach wiedergegeben, jeder Stoff ist unverkennbarnachgeahmt, Saramt, Seide, Metalle, Alles.
Wenden wir uns von den .Schülern zu ihrem Meister.
Karl Piloty's grosses Bild: „Kurfürst Maximilian vonBayern übernimmt die Führerschaft der Liga im dreissig-j ährigen Kriege", ist ein Meisterstück virtuoser Malerei undist in dieser Beziehung wohl von keinem deutschen Maler [Hübertroffen worden, ausser von dem Autor selbst in seinen .neueren Werken. Farbe und Haltung sind tief und ener-gisch, und die Behandlung zeigt die grösste Freiheit undSicherheit. In den Köpfen der handelnden Personen zeigtsich die allerschärfste Charakteristik, die feinste Natur-Beobachtung; Stoffe und Beiwerk sind vollkommen; genug,in Beziehung auf die malerische Durchbildung dürfte diesesWerk zu den allerbesten zählen.
Weniger möchte ich Sinn und Inhalt der Darstellungloben. „Der Kurfürst übernimmt die Führerschaft der Liga":das ist freilich auch kein Gegenstand für eine interessantemalerische Darstellung, es kann nur eine mehr oder mindersymbolische Handlung sein, eine Formalität, eine Haupt-und Staats-Action. Und so ist es auch.
Auf einer Estrade stehen Kurfürst Max und vier Prä-laten; sie reichen sich die Hände zum Bunde. Vor derEstrade kniet Tilly, gerüstet und mit gezogenem Schwert;rechts von ihm bietet ein Bischof weihend die Fahne desneuen Bündnisses dem Kurfürsten dar, die Fahne desGlaubens, das Panier der Kirche mit dem Bilde der hei-ligen Jungfrau. Soldaten füllen diese Seite des Bildes, aufder anderen sind Hofleute, Geistliche, Kanzler und Räthe