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Charakteristik, welche hier in einigen Figuren fast zur Carri-catur wird, und die scharfe, schroffe, etwas manirirte Zeich-nung; weniger zeigt sich derselbe Einfluss in den zwei Bil-dern von W. Rögge, beide sehr lobenswerthe Darstellungenvoll Leben und Charakter; W. Hauschild und C. Otto haltensich mehr im gewöhnlichen Gleise, ihre Zeichnung ist sehrrichtig, sehr sorgfältig durchgebildet, häufig leidet aber dieEnergie der Bewegung unter dem Streben nach Richtig-keit der Formen; am auffallendsten sind die Cartons vonFerd. Piloty und A. Wagner, weil sich darin die neueste-Richtung der Geschichtsmalerei sehr bemerklich macht,Avelche ich bereits oben charakterisirte, die realistischeRichtung.
Es ist sehr auffallend, dass gerade in der MünchenerSchule, in welcher die idealistische Kunstrichtung so Ausser-ordentliches hervorgebracht hat, eine so entschiedene Wen-dung zu dem extremen Gegentheil derselben stattfand.Gerade die Schule, welche in ganz" geistigem Streben diegemeine Naturnachahmung verachtete, auf Farbe und tech-nische Fertig'keit wenig Werth legte, strebt in ganz um-gekehrter Richtung später nach täuschender Naturwahrheit,nach Farbenreiz und nach virtuoser Technik. Einen schrof-feren Gegensatz als den zwischen der Kunst der corne-lianischen Schule und jener unserer belgischen und fran-zösischen Nachbaren kann es gar nicht geben, und plötzlichsehen wir die späteren Nachfolger jener cornelianischenSchule dem Vorbilde belgischer und französischen Künstlerfolgen und mit ihnen rivalisiren.
In den Cartons von A. Wagner und von Ferd. Pilotysehen wir eine höchst vollendete Nachbildung der indivi-duellen Natur, der grösste Werth ist auf das Detail gelegt,das Stoffliche überall mit der grössten Sorgfalt dargestellt,alles Willkürliche ist vermieden, der Künstler verlässt sichnirgends auf seine Phantasie und strebt nach der äusserstenrealistischen Wahrheit und Wahrscheinlichkeit, indem erüberall dem Modell treulich folgt. Dabei ist die Wirkung