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versammelt und im Hintergrunde seitwärts in einer Logeerscheinen die Fürstin und die Damen des Hofes als Zu-schauerinnen. Es ist eine halb kirchliche, halb höfisch-kriegerische Ceremonie.
Man mag immerhin die traurigsten Momente unsererGeschichte malen, erfreuliche Gedanken sind es freilichnicht, die man anregt, wenn man die Urheber des dreissig-jährigen Krieges glorificirt; vielleicht aber mag sich manchereine gute Moral daraus entnehmen; sollte nicht auch einBild lehrend wirken können?
Unsere Nachbarn, welche ihre Geschichte so meister-haft darstellen, haben es besser als wir; die französischenBürgerkriege sind immer endlich zum Ruhm und Gewinn der.Nation und des Landes ausgefallen, und so mögen sie sichauch an den schwarzen Momenten ihrer Geschichte erbauen,wie an Erinnerung überstandenen Leides. Bei uns ist dasfreilich anders; unsere inneren Kriege haben uns keineguten Früchte getragen, und über den dreissigjährigenKrieg wird sich kein guter Deutscher freuen können, wenner auch vielleicht die Helden desselben als solche bewun-dern kann.
Aber unsere Maler finden in diesen Begebenheitenguten Stoff für ihre Kunst, wer wird es ihnen verargen,sich desselben zu bemächtigen? Nur sollten sie doch aucheiniger Maassen dem wahren Charakter der Leute und Be-gebenheiten, welche sie darstellen, treu bleiben, denn wennsie Geschichte malen, so verlangt man auch Geschichtevon ihnen.
Paul Martin schildert in seinem „Einzug der liguisti-schen Armee in Magdeburg am 20. Mai 1631" den Tillyals einen guten menschenfreundlichen Greis, der gerührtvon dem Elend der hungernden Magdeburger, Brod untersie austheilen lässt. Es ist allerdings historisch bewährt,dass Tilly, als er am dritten Tage nach der Erstürmungdie verbrannte Stadt betrat, die in die Domkirche geflüch-teten und dort bewahrten 4000 Menschen entliess und