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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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äusserlicher Form, so sehr ist die Form des GegenstandesProduct und mit diesem Eins. Man könnte mir den Ein-wurf machen, dass Rethel's Werke gerade durch ihre eigen-thümliche Formgebung auffallen und wirken, und es habenmanche Kritiker gerade an dieser zu tadeln gefunden, siebizarr und allzu absichtlich genannt, indessen erscheint diesEigenthümliche, Sonderbare, Bizarre nur dann, wenn manes vom Gegenstande trennt. Die Formen, in welche Rethelseine Geschichten des grossen Karl kleidet, entsprechenvollkommen dem Tone der halb sagenhaften Erzählungder Zeitgenossen und nächsten Nachlebenden des grossenKaisers, und dieser Ton ist nicht der Ton der Geschichts-erzählung unserer Tage.

Aber diese innere Uebereinstimmung von Gegenstandund Form der Darstellung ist nicht mehr dieselbe in denspäteren Werken des genialen Künstlers. Es ist, als habe ersich so sehr in die wundersame Welt des Mittelalters hinein-gedacht, dass er nicht wieder zurück gekonnt, es ist als habeder Anblick des grossen Kaisers, welcher der Sage nachden späteren Störern seiner Grabesruhe Unheil brachte,auch dem Künstler, der ihn in der Phantasie so wunderbarerschaut hat, Unglück gebracht. Schon im Hannibalszugtritt ein eigenthümliches Wesen in der Darstellung hervor,der Künstler legt etwas dem Gegenstande Fremdes hinein,statt des klaren Tones römischer Geschichtserzählung klingt esdarin wie nordische Sage, unheimlich, ahnungsvoll, grauenhaft.

Es herrscht in den Bildern zum Hannibalszug bereitsvollständig das oben angedeutete phantastische Wesen derRethel'schen Kunst vor, ein gespenstischer Zug geht durchalle Gestalten. In sehr besonderer Weise hat der Künstlerdie Begebenheiten, aufgefasst, und obgleich er des LiviusErzählung folgt, so ist der Charakter seiner Darstellungenein ganz anderer, als der- der Darstellung des römischenGeschichtsschreibers. Die Zeichnung in diesen Blättern istvon der alleräussersten Einfachheit, oft blosse Andeutung,aber die Darstellung bleibt immer auf dem Boden der Wirk-